Text: Franz Völkl – Bilder: Rainer Sollfrank, Franz Völkl, Dr. Johannes Weig

Am vergangenen Freitag fand im stilvollen Ambiente des Lobkowitzschlosses eine besondere Buchvorstellung statt, die zahlreiche Besucher, darunter Gäste aus Waidhaus und Vohenstrauß, anzog. Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) Waldthurn präsentierte gemeinsam mit dem OWV Waldthurn seine neue, rund 140 Seiten starke Broschüre „Marterl – Kapellen – Denkmale“. In origineller Weise wurde die Vorstellung mit einer virtuellen Wanderung durch die gesamte Pfarrei St. Sebastian kombiniert, die sowohl Texte als auch Bilder einbezog.
Engagement und Herzblut der Initiatoren
Bereits bei der Begrüßung unterstrichen die beiden HAK-Vorsitzenden Josefine Schmid und Rudi Meißner, wie viel Herzblut und Detailarbeit in der neuen Broschüre steckt. Zusammen mit ihrem engagierten Team sowie dem OWV Waldthurn entstand ein heimatkundliches Werk, das Geschichte, Kultur, Glaube und regionale Geschichten eindrucksvoll vereint. Marterl, als uralte Sühnekreuze, Bildsäulen, Bildstöcke und Feldkreuze, sowie Kapellen sind Ausdruck christlicher Frömmigkeit und wertvolles Kulturgut. Besonders die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn, zu der die Orte Remmelberg und Schammesrieth gehören, ist reich an solchen religiösen und anderen Denkmälern.
Virtuelle Wanderung als multimediales Erlebnis

Statt einer klassischen Buchvorstellung führten Steffi Daubenmerkl und Andrea Götz die Gäste humorvoll auf eine anschauliche Wanderschaft durch die Pfarrei. Station für Station wurde die virtuelle Wanderung multimedial an der Leinwand und begleitet vom neuen Büchlein durch die verschiedenen Ortsteile präsentiert. Die jeweiligen Abschnitte wurden von Mitwirkenden sachkundig und mit interessanten Geschichten rund um Marterl, Kapellen und Denkmale vorgestellt. Die Wanderinnen fassten die gemeinsame Aktion von HAK und OWV mit dem Spruch „Viele Hände – bald ein Ende“ humorvoll zusammen.
Gestaltung und Fotografie
Für die ansprechende Gestaltung und Erstellung der Broschüre zeigte sich Helmut Gollwitzer verantwortlich. Er verlieh dem Werk ein modernes und zugleich heimatverbundenes Erscheinungsbild. „Ohne ihn wäre dieses Werk nicht möglich gewesen“, betonte der Waldthurner Ehrenbürger Georg Schmidbauer vom Heimatkundlichen Arbeitskreis. Die Broschüre wurde durch eindrucksvolle Fotografien von „Profifotograf“ Rainer Sollfrank bereichert, der auch bisher weniger bekannte Objekte aufspürte und lebendig werden ließ. Kartengestalter“ in der Broschüre war Horst Pleyer.
=> weitere Bilder von der Marterl-Präsentation
QR-Codes von Helmut Gollwitzer – Heft im Rathaus und Gänsbürgerladen erhältlich
Die QR-Codes wurden von Helmut Gollwitzer eingebracht, dass die Inhalte auch digital weiter vertieft werden können – ein gelungener Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. Zukünftig sollen diese QR-Codes auch direkt an den jeweiligen Objekten angebracht werden. In der Wanderpause nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich mit weiteren Veröffentlichungen des Arbeitskreises wie den „Schulgeschichte(n)“, dem Mundartheft sowie den Wirtshausgeschichten einzudecken. Diese Publikationen sind im Rathaus sowie im Gänsbürgerladen erhältlich.
Geschichten und regionale Besonderheiten
Die interessanten Geschichten, die hinter den jeweiligen Objekten stehen, wurden von den aufgerufenen Protagonisten erzählt. So berichteten sie von Gewalttaten oder Gruselgeschichten, die durch Sühnekreuze bezeugt werden. Feld- und Dorfkreuze wurden von frommen Menschen errichtet, und auch Kreuze, die auf Irrlichter hinweisen, wurden thematisiert. Vom Kraftort „Beern – Kreuz – Schwarzes Kreuz“ in Spielberg, von dem aus man bis „In dWeiden schaun kann“, erzählten die beiden Wanderer.
Beitragsgeber und Ortsvorstellungen
OWV-Vorsitzender Roman Bauer, Horst Pleyer, Johanna Grünauer und Helmut Gollwitzer referierten eingangs für Waldthurn. Georg Schmidbauer sprach für Oberbernrieth, Ober- und Unterfahrenberg und ging auch auf den Mangel an Häusern in Mangelsdorf ein. Hans Pausch beleuchtete Lennesrieth, Dr. Johannes Weig stellte Albersrieth vor. Emilie Stahl widmete sich den Orten Frankenrieth, Brunnhof und Ottenrieth, während Angela Bodensteiner ihre alte Heimat Schammesrieth und Remmelberg präsentierte. Den Schlusspunkt setzten die Wanderer mit Einblicken in Spielberg, Wampenhof, Sandbachhöf, Goldbrunn und Woppenrieth.
Würdigung des Engagements
Bürgermeister Josef Beimler sagte dem HAK und dem OWV ein herzliches Vergelts Gott für die Verantwortung für die Heimat und der „eigentlichen Geschichte“ der Region.