Schönwerth-Geschichten für Schulen

Das Büchlein „Geschichten aus dem Schönwerth-Land“ kann gegen eine Schutzgebühr von drei Euro bei der Marktverwaltung im Rathaus Waldthurn erworben werden.

Im alten Lobkowitzschloss zu Waldthurn erscheint ein Buch mit alten Geschichten die in die moderne Form der globalen Welt übertragen werden und die Zuhörer dabei besonders bei einer Erzählerin ganz Ohr sind.

„Aus den Erzählungen und Märchen von Franz Xaver von Schönwerth spricht die Seele des Volkes aus der Zeit um Mitte des 19. Jahrhunderts“, resümierte der Schönwerth – Kenner Klaus Ibel aus Vohenstrauß. Beim Festakt zur offiziellen Vorstellung des Buches „Geschichten aus dem Schönwerth – Land“ war eine Vielzahl an „Prominenz“ der Einladung des Pleysteiner Präsidenten der Schönwerthgesellschaft Johann Walbrunn in das alte Waldthurner Schloss gefolgt. Im Mittelpunkt des Interesses standen neben dem Buch die beiden Hauptprotagonisten Erika Eichenseer aus Regensburg und der Oberbernriether Buchautor, Heimatpfleger, Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises und „tragende Kulturgestalt der Region“ Georg Schmidbauer. Hausherr Bürgermeister Josef Beimler war von der zusammengestellten Buchfassung der beiden Autoren beeindruckt. Walbrunn stellte die Regensburgerin Eichenseer als die „Mutter der Schönwerthgesellschaft“ vor.

Erika Eichenseer sei eine hervorragende Erzählerin, was sie an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis stellte. Walbrunn gab so manchen Spruch von Schönwerth (1810 -1886) zum Besten: „Wos ma gern tout, kummt oin niat hiat a“ oder auch „A bais Maal frißt maiahna, wos a Ochs Hei“.

 

Erika Eichenseer

Eichenseer schwärmte in ihrer mitreißenden Art von Schönwerth und dessen Geschichten: „Er ist ein Alleinstellungsmerkmal für diese Region!“. „Drah dich um und schau wo du herkommst“ – ein jeder sollte nicht vergessen, wo seine Wurzeln sind. Die Märchen von Schönwerth würden manchmal etwas komisch betrachtet. „Ja, sie sind ein wenig anders“. Laut Eichenseer sollten Märchen an der Pubertät ansetzen. Genau diese Phase sei oft von Unsicherheit, Getrieben sein, Unruhe und Angst gekennzeichnet. „Die Hetzjagd junger Menschen bis sie endlich erwachsen sind sichern Märchen ab“. Oft werden in den Geschichten grausame Bilder gezeichnet, doch sie haben immer einen guten Ausgang. Am Ende seien all diese Schwierigkeiten in den Märchen gelöst und es steht ein erwachsender und gefestigter junger Mensch da. Bei Schönwerth sei beispielsweise eine Frauengestalt nicht als schöne Prinzessin, sondern als tatkräftige, starke, mutige Frau, die selbst etwas wagt, dargestellt. In der Schule sollten diese Geschichten gelesen werden. Die Erzählerin sprach über Schönwerths besondere Vorliebe für die Sagengestalten der „Holzfräulein“ und erzählte eine Geschichte aus dem neuen Buch.

Als Zugabe brachte die Regensburgerin mit Prinz Roßzwifl eine weitere Episode aus dem neuen Buch zu Gehör. „Schönwerth-Märchen sind schön – ich habe es an ihren Nasenspitzen gesehen“, sagte sie unter dem Applaus der Besucher.

 

Autoren mit Ehrengästen

Laut Schmidbauer sei die Idee zum Buch bei einem Besuch zusammen mit Walbrunn und Bürgermeister Beimler in Regensburg bei Eichenseer entstanden. „Schönwerth muss in die Schulen, hin zu den Kindern“, forderte dabei der Waldthurner Marktchef. Aus dem reichen Fundus von 500 Märchen des bedeutenden Volkskundlers der Oberpfalz wurden 30 Geschichten ausgewählt. Diese haben die beiden Autoren sprachlich in eine kindgerechte Form gebracht und der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) Waldthurn steuerte noch so manche Anregung bei. Schmidbauers Schwiegersohn Tobias Wallner gestaltete das Aufsehen erregende Titelbild, weitere Bilder entstanden bei Engelbert Süß in Mitterteich. Die drucktechnische Vorbereitung lag in den Händen von Helmut Gollwitzer und der Verlag „Druck und Kunst“ des Waldthurners Josef Forster übernahm die Drucklegung. Das Büchlein wendet sich hauptsächlich an Schulkinder, ist aber auch für Erwachsene unterhaltsam. Sämtliche Redner des Abends waren sich einig, dass Schönwerth als unermüdlicher Sammler Oberpfälzer Sitten und Sagen nicht vergessen werden dürfe. Gerade deshalb, weil man im Schönwerthland lebt, in dem Landstrich, wo er viel Zeit verbracht hat, viel gesammelt hat und letztendlich in Neuenhammer seine Frau gefunden hat.

Die Schönwerthgesellschaft unterstützten die Volksbank, der Vohenstraußer Friseursalon Günther Schönberger, der HAK Waldthurn sowie die Marktgemeinde Waldthurn. Das Büchlein ist gegen eine Schutzgebühr von drei Euro bei der Marktverwaltung zu kaufen.

Walbrunn hoffte, dass im Herbst im schönen Zottbachtal auf dem Glasschleifererweg sechs Künstler aus der Region in die mystische Welt eintauchen und der Sagen- und Märchenpfad in Neuenhammer fertig stellen.

Die Marktgemeinde Waldthurn stellt für die Schulen im Altlandkreis Vohenstrauß einen Klassensatz des neuen Schönwerth – Geschichten – Buches kostenlos zur Verfügung, freute sich Schulrätin Margit Walter. „Ihre Arbeit und die Mühen für dieses Buches fallen bei den Schülerinnen und Schülern auf fruchtbaren Boden“, dankte Walter für dieses großartige Geschenk.

„Sie präsentieren Schönwerth auf eine Art und Weise, die sich `Sie` schreibt“, schwärmte MdL Stephan Oetzinger. Gerade in der heutigen schnellen Zeit, wo oft das World Wide Web als Ersatzreligion dient und die Digitalisierung noch dynamischer geworden ist, seien Erzählungen aus der Vergangenheit wichtig. Der Volkskundler Schönwerth habe mit seinen Geschichten ein Stück Heimat konserviert. Mit dem vorgestellten Buch für Kinder und junggebliebene Erwachsene haben die Verfasser einen zeitlichen Transmissionsriemen geschaffen, um diese Geschichten in das Jahr 2019 zu transportieren. Menschen in der Region werden an diese Zeit und an diese Persönlichkeit erinnert und es werden Schönwerths Geschichten weitergeben.

Text und Bilder: Franz Völkl

 

Krampus, „Thama mit’m Hammer“ und die Wilde Luzie

Text und Bild von Franz Völkl

Der Heimatkundliche Arbeitskreis veranstaltet eine adventliche Sitzweil, die teilweise etwas gruselig ist und die Antwort gibt, warum zu bestimmten Zeiten keine Unordnung im Haus herrschen und keine weiße Wäsche zum Trocknen aufgehängt sein darf.

Die Erzählungen aller Beteiligten des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) gingen durch das Gasthaus Bergler wie die „Wilde Jagd“. HAK – Vorsitzender Georg Schmidbauer, sein Stellvertreter Josef Forster sowie Andrea Götz nahmen die Zuhörer mit durch eine adventliche Brauchtumsreise angefangen vom Anfang des 20. Jahrhunderts über Rauhnächte bis hin in zur adventlichen Gegenwart. Den Gemütlichkeitsfaktor steuerte beim Bergler die Waldthurner Stubnmusik mit Schmidbauer am Hackbrett, Heidi Klos an der Zither und Maria Golla an der Gitarre. Das Trio lockerte den interessanten Abend musikalisch auf.

„Im Gegensatz zur heutigen stressigen Vorweihnachtszeit war früher die Arbeit auf den Feldern getan und man hatte jetzt in der Adventszeit richtig Zeit“, erklärte Schmidbauer. Der Advent sei aber auch mit viel Schreckgestalten wie beispielweise den Krampus angefüllt gewesen.

Während der Adventszeit erfreuten sich besonders die Rorateämter, die zwischen Weihnachten und Neujahr Engelämter genannt wurden, besonderer Beliebtheit. In Waldthurn habe man auch in der heutigen Zeit diesen Brauch aufleben lassen. Am Heiligen Abend in der Früh um 6 Uhr ist es seit Jahren Tradition, ein Rorateamt, das in diesem Jahr musikalisch von der Gruppe Triangel umrahmt wird, zu feiern. Dabei ist die Pfarrkirche in Kerzenlicht getaucht.

Die Urahnen hängten früher Anfang Dezember ein mit Tannenzeigen geschmücktes Wagenrad in die Stube, um auf diese Weise Gesundheit,Wachstum und Fruchtbarkeit in Haus, Stall und Feld zu sichern, gleichzeitigaber auch die bösen, feindseligen Wintergeister abzuwehren. Die christliche Liturgie habe laut Schmidbauer den Brauch übernommen und fügte Kerzen hinzu. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts weigerten sich noch Pfarrer, dieses „heidnische Zeug“ in der Kirche aufzuhängen. Der HAK-Vorsitzende berichtete auch vom stellenweise belebten Brauch des „Anklöpfeln“, wobei hier Kinder an den Donnerstagen im Advent von Haus zu Haus zogen, das Klöpfellied sangen, eine gesegnete Weihnacht wünschten und dafür Plätzchen und Obst bekamen. Pfarrer Andreas Renner habe das sogenannte Frauentragen, das sich bis heute gehalten hat, in der Pfarrei wiederbelebt.

„Ich hoffe, es fürchtet sich heute niemand beim Heimgehen“. Etwas gruselig wurde es in der Wirtstubn, als Andrea Götz über die Rauhnächte (auch Rauchnächte) berichtete. Wohnungen und Stallungen hat man mit Weihrauch ausgeräuchert, um die Götter milde für das nächste Jahr zu stimmen. Der Zeitraum der zwölf Rauhnächte liegt zwischen den Thomastag, 21. Dezember bis Silvester. Diese Nächte, auch Losnächte genannt, symbolisieren Wende, Neubeginn und Selbsterfahrung, wobei Orakel befragt werden können, wie das nächste Jahr wird. Früher wurde an den Tagen der Rauhnächte ausschließlich gebetet und gefastet, um Unheil abzuwenden. In der Silvesternacht bricht laut Götz die „wilde Jagd“ auf. Geister und arme Seelen haben Ausgang und treiben ihr Unwesen.

Vor über hundert Jahren gingen die armen Leute mit der Dunkelheit ins Bett, berichtete Josef Forster sehr amüsant und lehrreich. Kerzen waren aus Bienenwachs und nur reichen Leuten vorbehalten. Am Ofen in der Küche wurde sich erwärmt, dort erzählte man sich Geschichten, Sagen und Neuigkeiten und es wurde auch gesungen. Erzählungen dienten auch als Erziehungsmethoden. Allerheiligen sei ein Unglückstag, an dem man keine Reisenunternehmen und Tiere töten solle. Am 11. November haben angeblich Gänse den Heiligen Martin durch ihr Geschnatter verraten – heute wird die Martinsgans verzehrt. Am 30. November berichtete Forster habe einer der Apostel Andreass einen Namenstag. Dieser sei der Patron der Mädchen, die an diesem Tag beispielsweise durch Pantoffelwerfen vorhersagen können, ob sie im nächstenJahr einen Mann bekommen. Forster sprach über den Beginn des Dreschens Anfang Dezember, den Barbaratag und den Tag der Wilden Luzie am 13. Dezember. Am 21. Dezember sei der „Thama mit’m Hammer“, der Tag des Apostels Thomas.„Der Dama mit`m Hama schlägt bösen Kindern s’Hirn ein oder einen Nagel rein“, erklärte Forster voller Schaudern. Am 31. Dezember an Silvester werden die Geister vertrieben, über die Zukunft im neuen Jahr spekuliert und das Vieh unterhält sich im Stall über die Ereignisse des folgenden Jahres.

Schmidbauer schloss schließlich, mit ein paar lustigen Kurzgeschichten wie die vom drehbaren Christbaumständer, den unterhaltsamen Abend.

Kleine Chronik der Oberen Pfalz und von Waldthurn mit seinen Ortsteilen

Zusammengestellt von Josef Forster

Vor unserer Zeitrechnung (v.Chr.)

10000 v. Chr.
Steinzeitfunde, z. B. entlang der Luhe

5000 v.Chr.
Jungsteinzeit

2000 v.Chr.
Bronzezeit, Kelten lebten in unserer Gegend

800 v. Chr.
Eisenzeit

Ab unserer Zeitrechnung (n.Chr.)

0 – 200
Römer unterwarfen und besiedelten dasLand nördlich der Alpen bis zur Donau, nördlich davon lebten freie Kelten. Siewurden langsam von germanischen Stämmen verdrängt oder integriert. Böhmendrangen in unser Gebiet.

200 – 350
Römer bauten Verteidigungsanlagen (Limes) gegen die aus dem Norden anrückenden Germanen aus.

350 -500
Hunnen eroberten Europa. Germanische undslawische Stämme flohen nach Westen auch durch die Oberpfalz.

nach 500
Die Oberpfalz zählte kurze Zeit zum Thüringerreich. Danach eroberten die Franken die Region bis zum Böhmerwald.

555
Erster Stamm der Bayovari. Eine genaue räumliche Abgrenzung ist nicht bekannt.

600
Zahlreiche Slawen kamen auf der Flucht vor den Awaren über den Böhmerwald in die Region.

650
Die Agilolfinger begründeten das Bayerische Stammesherzogtum

680
Theodo II., Herzog der Bajuwaren in Baiern, besiedelte erstmals gezielt den Nordgau.

739
Derheilige Bonifatus erhob Regensburg rechtlich zu einem Bistum

788
Karl der Große setzt den letzten Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger ab und beendet das bajuwarische Stammesherzogtum. Von Regensburg aus erfolgte die Christianisierung des Nordgaus und auch nach Böhmen. Unter Karl dem Großen kam Baiern nun endgültig zum Frankenreich. Böhmen oder damals Beheimi genannt, leistete Karl dem Großen ab 805 Tribut.

843
Das Frankenreich wurde aufgeteilt. Von 843 bis 876 war Ludwig König des Ostfrankenreiches. Der Nordgau blieb beiBayern.

938
Graf Berthold von Schweinfurtwurde 938 Markgraf des Nordgaus. Die ersten Burgen und Festungen entstanden. Dazubrauchte man Menschen, die die umfangreichen und schweren Arbeiten durch Frondienste erledigen konnten.

948
Die Ungarn fielen in Bayernein. Bei Floß wurde eine Schlacht gewonnen. Es gibt Hinweise, dass zwischen Floß und Waldthurn  

1007
Graf Berengar von Sulzbach übernahm den Nordgau.

Waldthurn

1180
Auf dem Fahrenberg stand eine Burg.

1190
Ein Gottfried von Waldaw-Vornberg kehrte vom Kreuzzug zurück.

1197
Gottfried von Waldaw-Vornberg nahm an einem Turnier in Nürnberg teil.

1204
Gottfried, der dem Templerordenangehört, baute eine Kapelle an die bestehende Burg auf dem Fahrenberg.

1217
Ersteurkundliche Erwähnung von Waldthurn.

1517
Erhebung zum Markt mit dem Recht regelmäßige Märkte abzuhalten.

bis 1540
Waldthurn unter den Herren von Waldthurn und Waldau

1540 – 1647
Waldthurn unter der Herrschaft derer von Wirsberg. Unter den Wirsbergern wurde der evangelische Glaube offizielleReligion.

1628
Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Rückkehr zum katholischen Glauben durchgesetzt.

1666
Die Lehensherrschaft der Fürsten von Lobkowitz begann.

1808:
Waldthurn kam zu Bayern. Offiziell Ende der Leibeigenschaft.

Lennesrieth

1000 – 1100
Als Ort mit der Endung „rieth“ im Namenentstand Lennesrieth (predium Lenesriut) wahrscheinlich schon im 10. oder 11.Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1261
Die erste Nennung von„Lennersreuth“, wie es damals auch genannt wurde, war 1261 eine Schenkung der Brüder Berthold und Ulrich von Waldthurn sowie Heinrich von Pleystein an das Kloster Waldsassen.

1276
Die Waldthurner beherrschten um die Mitte des 13. Jahrhunderts das Gebiet mit den Orten Waldthurn, Lennesrieth, Remmelberg, Letzau, Pirk und Tresenfeld. Allerdings besaßen auch andere Herrschaften einzelne Güter in diesem Bereich, z.B. die Waldauer, Tännesberger, Pleysteiner und eben auch das Kloster Waldsassen. Einzelne Besitztümer wechselten oft die Besitzer. Zum Beispiel verzichtete 1276 Bertold von Waldau auf alle Ansprüche an Gütern in Lennesrieth sowie auf die Vogtei Albersrieth.

1279
Friedrich von Tännesberg entsagteöffentlich allen Ansprüchen auf Besitzungen in Lennesrieth, auch auf das steinerne Haus bei der Kirche, sowie auf die Vogtei Albersrieth. Dies ist gleichzeitig die erste Erwähnung der Kirche in Lennesrieth, die dem hl. Jacobus geweiht war.

um 1290
Lennesrieth war einer der Verwaltungsmittelpunkte für die klösterlichen Besitzungen im Nordgau mit einem eigenen Klosteramtmann, der wahrscheinlich im „steinernen Haus“ bei der Kirche residierte. Als Schutzvögte waren die Waldthurner vom Kloster eingesetzt.

1366
Bei der leuchtenberger Besitzteilung erhielt Landgraf Johann Burg und Stadt Pleystein. Die vonWaldsassen erworbenen Besitztümer, wie die Dörfer Albersrieth, Lennesrieth (ohne 2 Höfe), Spielberg, Goldbrunn sowie die zwei Mühlen in Waldthurn fielen an Pleystein.

1596
Die genannten 19 Anwesen in Lennesrieth gliederten sich in 5 Höfe, 7 Lehen, 2 Kobelgüter (Kobel bezeichnete man ein kleines einfaches Haus ohne oder mit wenig Grund). Ein Hirtenhaus als Gemeinbesitz. 1 freieigenes Lehen. 2 Lehen und das Pfarrwidem (Pfarrhof) in der Grundherrschaft und Niedergericht durch die Herrschaft Waldthurn. Zehntrechte für die Pfarrei Lennesrieth. 

im 18. Jahrhundert
Das PflegamtPleystein war in 4 Viertel eingeteilt. Albersrieth und Lennesrieth zählten zum 1. Viertel. Spielberg und Goldbrunn zum 2. Viertel mit eigenen Viertelmeistern.

um 1800
Lennesrieth zählte 4 ganze Höfe, 4 halbeHöfe, eöfe, 3 ¼ tel Höfe (davon einWeber), ein 1/16 tel Hof (Weber), 1 1/32 tel Hof (Schneider). in Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Der Meierhof war freieigen (ein Leuchtenberger Lehen). Der 1/16 tel Hof des Schulmeisters war ebenfalls freieigen. Filialkirche St. Jakob.

1808
Zur Steuergemeinde Lennesrieth zählten die Ortschaften Albersrieth, Frankenrieth, Fitzmühl, Lindnermühl, Buch, Kühbachhof und Grubmühle

1821
Für den Ort Lennesrieth wurde eine eigene Ruralgemeinde (einfache Landgemeinde) geschaffen.

Albersrieth
Als Ort mit der Endung „rieth“ im Namen entstand Albersrieth wahrscheinlich schon im 10. oder 11. Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1185
In einer Urkunde des Papstes Lucius III. vom 09. März 1185 ist bereits ein „Vockinhoue“, das damals an heute unbekannter Stelle am Vockenhofbach bei Waldthurn lag, bezeichnet.

1196
Graf Diepold I. erhielt dieses Vockinghoue vom Kloster Waldsassen im Tausch gegen Albersrieth (advocatiam Albretsriut). Wann Graf Diepold in den Besitz von Albersrieth gelangte ist nicht bekannt. Angeblich hatte es ihm ein leuchtenbergischer Ministeriale namens Metfried geschenkt.

1232
Albersrieth gelangte durch Kauf an die Herrschaft Leuchtenberg.

1276
Bertold von Waldau verzichtete auf alle Ansprüche an Gütern in der Vogtei Albersrieth.

1279
Friedrich von Tännesberg entsagte öffentlich allen Ansprüchen auf Besitzungen in der Vogtei Albersrieth.

1596
Albersrieth zählte 12 Anwesen, davon 6 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Dreiviertelhof, 2 Lehen, 1 Hirtenhaus als Gemeineigentum. Zehentrechte besaß die Pfarrei Lennesrieth, die Pfarrei Michldorf und das Pflegamt Pleystein.

um 1800
Der Ort besaß 14 Anwesen, davon 9 Höfe, 2 halbe Höfe und 1/32 Hof. Gemeinbesitz waren 1 Hirtenhaus und 1 Schmiede.

1821
Zu der neugebildeten Gemeinde Albersrieth zählten die Lindnermühle und die Fitzmühle.

Goldbrunn

1289
Goldbrunn (Goltpron, Goltprunne) wird erstmals bei einer Überlassung des Klosters Ensdorf an das Kloster Waldsassen erwähnt. Die Schutzrechte (advocatis) überließen die Paulsdorfer 1290 dem Kloster Waldsassen.

1352
Die Leuchtenberger kauften die Ortschaften Spielberg und Goldbrunn

1596
Vier Anwesen in Grundherrschaft der Fam. Kastner, Weiden: 2 Höfe, 1 Lehen, 1 öder Hof. ! Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Zehentrechte: Pfarrei Michldorf, Pfarrei Lennesrieth und Pflegamt Pleystein.

um 1800
Goldbrunn bestand aus 2 Höfen und 1 Hirtenhaus als Gemeinbesitz

Spielberg

1273
Spielberg zählte zum Herrschaftsgebiet der Waldauer.

1275:
Heinrich von Trautenberg überließ das Dorf Spielberg dem Kloster Waldsassen.

1317
Ulrichvon Waldau verkaufte einen Hof bei Spielberg.

1352
Die Leuchtenberger kauften die Ortschaften Spielberg und Goldbrunn.

1596
Die bestehenden 14 Anwesen gliederten sich in 8 Höfe und 4 Lehen. 1 Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Über 1 Lehnen übte die Herrschaft Waldthurn die Grundherrschaft und Niedergericht aus. Die Zehentrechte besaßen die Pfarrei Lennesrieth, die Pfarrei Michldorf, das Pleystein und die Herrschaft Waldthurn.

um 1800
In Spielberg befanden sich 8 ganze Höfe, 5 ¼ tel Höfe, je ein 1/16 tel Hof des Jägers und eines Webers. Das Hirtenhaus war Gemeineigentum. Die Grundherrschaft Waldthurn hatte einen halben Hof in Spielberg.

1808
Die Steuergemeinde Spielberg umfasste die Ortschaften Goldbrunn, Ottenrieth, Spielberg, Woppenrieth, Abdeckerei, Grötschenmühl und Schmirglhaus.

1821
Die neue Gemeinde Spielberg umfasste die Orte Spielberg, Woppenrieth, Goldbrunn und Wampenhof.

Ottenrieth
Als Ort mit der Endung „rieth“ imNamen entstand Ottenrieth wahrscheinlich schon im 10. oder 11. Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1352
Die Waldauer verkauften zwei Höfe in Ottenrieth, die dann zum Kloster Fahrenberg abgabepflichtig waren. 

Bernrieth und Fahrenberg

1352
Die Waldauer erwarben vom Kloster Waldsassen die Ortschaft Bernrieth und Fahrenberg. Fahrenberg war damals eine klösterliche Niederlassung von Waldsassen.

1666
Das Salbuch berichtete der Herrschaft Waldthurn, dass auf dem Fahrenberg ein Kloster der Zisterzienser Mönche war, das vor unbestimmter Zeit „abgegangen“ war.

1808
Zur Steuergemeinde Bernrieth zählten die Ortsteile Oberbernrieth, Unterbernrieth, Mangelsdorf, Oberfahrenberg, Unterfahrenberg, Bibershof und Radwaschen.

1821
Die neugebildete Gemeinde Bernrieth bestand aus Oberbernrieth, Unterbernrieth, Oberfahrenberg, Unterfahrenberg, Bibershof, Radwaschen und Neuenhammer.

Frankenrieth

1821
Die neue Gemeinde Frankenrieth wurde gegründet mit den Orten Frankenrieth, Ottenrieth und Kühbachhof.

Großgemeinde Waldthurn

1972
Bei der Gemeindegebietsform 1972 wurde aus den insgesamt 20 Ortsteilen die Einheitsgemeinde Markt Waldthurn gebildet.

Interessenten des Heimatkundlichen Arbeitskreises treffen sich im Rathaus

von Franz Völkl                                                                                    

Besser kann ein neuer Verein nicht aus den Startlöchern kommen. Nach einer gewissenhaften Vorbereitungsphase fand am Mittwoch, 6. Juni 2018 im Rathaus die Gründungsversammlung des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) Waldthurn statt.Die offizielle Leitung bis zur Wahl der Vorstandschaft des neuen Vereins hatte Bürgermeister Josef Beimler, assistiert von Markt – Verwaltungsleiter Karl-Heinz Schmidt und Mitarbeiterin Petra Reil, übernommen. Der Rathauschef war von der Vielzahl der zur Gründungsversammlung erschienen Interessenten und auch derjenigen, die im Vorfeld ihre Mitgliedschaft zugesagt hatten, überrascht. Somit werden mehr als 20 heimatinteressierte Frauen und Männer beim HAK dabei sein.

Beimler dankte Josef Forster, der die Satzung des neuen gemeinnützigen Vereins ausgearbeitet hatte. „Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege sowie die Erforschung der Heimatkunde und Heimatgeschichte der Gemeinde Waldthurn und Umgebung“. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Sammlung und Aufbereitung von geschichtlich und kulturell interessanten Gegenständen, Bildern, Fotos, Dokumenten, Erzählungen sowie die Veröffentlichung der Sammlungs- und Forschungsergebnisse in Druckerzeugnissen und Ausstellungen. Mitglied kann jeder werden, der den Verein unterstützen will. Schließlich wurde die Satzung einstimmig angenommen und der Verein gegründet. Als 1. Vorsitzenden des neue Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) Waldthurn bestimmten die anwesenden 18 Mitglieder den Oberbernriether Kulturpreisträger des Landkreises Neustadt/WN (2014), Seminarrektor a.D. Georg Schmidbauer, der auch eine der entscheidenden Antriebsfedern zur Gründung des HAK ist. Ihm zur Seite als Stellvertreter steht mit dem ehemaligen Verwaltungsleiter des Marktes Waidhaus, mit Josef Forster ein ebenfalls „kultureller Hochkaräter“. Auch er wurde mit dem Titel „Kulturpreisträger des Landkreises Neustadt/WN vor 12 Jahren dekoriert. Schriftführerin ist die ehemalige Frauenbund – Kreisvorsitzende Angela Bodensteiner aus Albersrieth und um die Finanzen kümmert sich der Steuerfachmann und Waldthurner Kirchenpfleger Max Kick. Steffi Daubenmerkl und Andrea Götz werfen in den nächsten drei Jahren einen kontrollierenden Blick auf die Kasse. „Da es beim HAK um einen Verein handelt, der auch die Interessen der Marktgemeinde vertritt, möchte ich zur nächsten Versammlung am 4. Juli 2018 um 19 Uhr ins Rathaus einladen“, erklärte Beimler. Dort wolle man mit einem kleinen Festakt die Neugründung feiern und einen Eintrag in das goldene Buch der Marktgemeinde vornehmen – alle Mitglieder und künftige Neumitglieder sind eingeladen. Die Treffen seien laut Vorsitzendem Schmidbauer an jeden ersten Mittwoch im Monat – entsprechende Pressankündigung werden erfolgen. „Egal ob als aktives Mitglied oder nur als Unterstützer, wir freuen uns über jedes Mitglied“ meinte Schmidbauer. Auch in der Raumfrage sei man derzeit am Ausloten. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Euro pro Person/Jahr festgelegt. Auch in Sachen Franz Schönwerth wolle man laut Schmidbauer aktiv werden und aus den Räubergeschichten lustige Beiträge erstellen und diese auch der Öffentlichkeit und den Schulen vorstellen. Auch wolle man sich um die hochzuschätzenden kulturellen Hinterlassenschaften des unvergessenen Heimatpflegers und ehemaligen Bürgermeisters Franz Bergler kümmern, was mit seiner Familie bereits vorbesprochen wurde. Schmidbauer hatte Kopien von alten Postkarten eines Soldaten aus dem 1. Weltkrieg mitgebracht. Die Anwesenden versuchten sich an den von Erwin Klotz aus Waldthurn zur Verfügung gestellten Zeitdokumenten, diese aus der altdeutschen Schrift zu übersetzen, was unter Anleitung ganz gut funktionierte.