Erinnerung an den Hobbymaler Georg Troidl aus Mangelsdorf

Text: Franz Völkl

Mangelsdorf. In vielen Orten verbergen sich Talente, die der breiten Öffentlichkeit gar nicht bewusst und bekannt sind. Dies trifft auch auf den Hobbymaler Georg Troidl aus Mangelsdorf zu, der in kleinerem Rahmen auch in der Öffentlichkeit wirkte.

Der „Mangelsdorf-Schorsch“ wurde am 28. Februar 1907 in Wiesau als Sohn der Eheleute Georg und Maria Troidl geboren. Die Familie erwarb am 18.März 1908 das Anwesen Mangelsdorf 2. Georg Troidl junior heiratete am 26. Oktober 1945 seine Frau Maria, geborene Meindl, aus Wildstein. Am 8. Januar 1946 übernahm das junge Ehepaar das Anwesen und betrieb eine kleine Landwirtschaft.

Das große Hobby von Georg Troidl war das Malen. Er schuf seine Landschaftsbilder und Stilleben gerne nach Vorlagen mit feinem, exakten Pinselstrich und kräftigen Farben. . Besonders am Herzen lag ihm aber auch die Restaurierung von Marterln, wovon die Bildstöcke des hl. Wendelin in Mangelsdorf und das Bild des betenden Klausners am Einsiedelacker Zeugnis geben. Ein bleibendes Denkmal setzte er sich aber mit dem großflächigen Ortsbild von Oberbernrieth und dem Fahrenberg, das er – zusammen mit Erich Ringholz – zum 100-jährigen Jubiläum der FFW Bernrieth 1978 schuf und das nun dank der Initiative von Florian Weig einen Ehrenplatz im neuen Gerätehaus gefunden hat. Auch das Theaterspiel lag ihm am Herzen. So inszenierte er mehrere Stücke, die im Wirtssaal die Zuschauer begeisterten. Hierzu schuf er farbenprächtige Kulissen. Am 15. April 1987 verstarb der „Mangelsdorfner“ im Alter von fast 80 Jahren.

Eine humorvolle Episode sei noch angeführt. „Onkel und Tante“ kamen fast täglich nach Bernrieth, denn Maria Troidl war die Schwester der Ladeninhaberin Babette Puff. Seinen hellblauen NSU-Prinz parkte der „Onkel“, wie er allgemein auch genannt wurde, an der Gartenmauer. Da bei ihm alles bedächtig ablief, dauerte es ein bisschen, bis er das Auto verlassen hatte. Eines Tages hatte er gerade wieder geparkt, da kam die Nachbarin, Frau Scherer, das „Gangl“ neben dem Spielplatz herauf, um einen Einkauf zu tätigen. Ganz aufgeregt rief sie: „Schorsch, du stäihst auf’m Ganserer sein Kopf!“. Der Ganter des Nachbarn wollte sich wohl vor seinen Damen hervortun und zischte das Auto böse an. Dabei geriet er mit seinem lang ausgestreckten Hals unter das Hinterrad des Autos. Durch das Zurufen aufmerksam geworden, entstieg der Troidl Schorsch bedächtig seinem Wagen und besah sich die Situation, die er mit seinem berühmten „Ach ach, ach ach!“ kommentierte. Ohne große Eile bestieg er wieder sein Fahrzeug und setzte es ein Stückchen nach vorn. Der Ganserer blieb noch eine Weile liegen, regte sich aber dann und torkelte sehr benommen – laut sein Erlebnis verkündend – wieder zu seinen Damen. Erstaunen erregte allgemein, dass die Gans diesen Unfall scheinbar ohne schlimmere Folgen überlebte.

Kleines Dorf mit großer Geschichte. Kramerhof mit historischer Vergangenheit – Pfarrei Bernrieth vor knapp 500 Jahren nach Lennesrieth eingegliedert

Text und Bild: Franz Völkl

Oberbernrieth. Christian Müller ist ein junger Mann, der beruflich ein echter Glücksbringer ist – er ist Schornsteinfegermeister. Im privaten Leben kümmert er sich auch um seine Bienen und das Dam- sowie Rotwild. Der junge Mann wohnt am Kramerhof im Bergdorf Oberbernrieth, direkt an der Auffahrt zum Heiligen Berg der Oberpfalz, dem Fahrenberg. Der Ort gehört zur Marktgemeinde Waldthurn und zur Pfarrei St. Sebastian. Müller lebt mit seinen Eltern und Großeltern mitten im Dorf.

Die Müller – Dynastie kam im 16. Jahrhundert von Wien in die nördliche Oberpfalz direkt nach Oberbernrieth, damals wie heute heißen sie ununterbrochen Müller – „einmal Müller – immer Müller“. Sowohl bei dem 22-jährigen Christian, seinem Opa Josef Müller -den Kramer Sepp -, ein berühmter Wetterhornbläser oder Papa Ernst – am Kramerhof ist nicht nur bei allen Bewohnern eine gepflegte Unterhaltung und Fleiß daheim.

Direkt in der Nachbarschaft lebt der ehemalige Seminarrektor, der „Urvater der Lehrerausbildung in der Region und Pädagoge vor Ort“ Georg Schmidbauer. Der aus Nittenau stammende und längst ein Oberbernriether gewordene „Mann der Heimat“ hat herausgefunden, dass, bevor die Müller aus Österreich nach Oberbernrieth „eingefallen“ sind am heutigen Kramerhof die Pfarrkirche der Pfarrei Bernrieth gestanden hat.

„Was viele sicherlich nicht wissen: Bernrieth war Anfang des 14. Jahrhunderts, also vor 700 Jahren eine eigene Pfarrei und die Pfarrkirche stand mitten in Oberbernrieth“, wiederholt Schmidbauer stolz für alle, die es nicht glauben mögen. So erklärt der Heimatpfleger und Kulturpreisträger weiter, dass die Pfarrei Bernrieth wird schon in den frühesten Pfarreienverzeichnissen der Diözese Regensburg als „Pernreuth“ genannt wurde. Ebenso erscheint Bernrieth im Testament des Dobberhozz von Waldau auf Waldthurn vom Jahre 1396, der an die vier Kirchen in der Herrschaft Waldthurn, nämlich Lenhartsreuth (Lennesrieth), Bernreuth (Bernrieth), Varnberg (Fahrenberg) und Waldkirchen (Waldkirch) 600 Gulden vermachte. Bei der Kirche in Bernrieth wird auch ein gemauerter Kirchhof (Friedhof) genannt, sowie ein Leutpriester (Pfarrer). Nach einem Steuerregister von 1438 gab die Pfarrei „Pernrewt“ 10 Groschen an das Bistum Regensburg. Gleich zweimal spendete laut den Dombauregistern von 1450 und 1487 die Pfarrei für den Dombau in Regensburg. Die Summen sind allerdings nicht bekannt. In dieser Zeit wird auch mehrmals ein „Leutpriester“ in Bernrieth genannt, allerdings ohne Namensangabe.

In einem Visitationsprotokoll von 1508 wird erstmals ein Pfarrer namentlich genannt: „In Bernrieth ist Pater Leonhard aus dem Kloster Varnberg Pfarrer. Er möchte sein Gehalt aufbessern, weil er nur ganz geringen Zehend und Spenden aus dem Ort erhält, sonst nichts.“ Daraus ist zu ersehen, dass der jeweilige Pfarrer von Bernrieth vom Kloster auf dem Fahrenberg, das zu Waldsassen gehörte, gestellt wurde. Das Gleiche war übrigens auch in Hagendorf der Fall, wo auch ein Fahrenberger Pater als Pfarrer wirkte. Damit dürfte der Ursprung der Bernriether Pfarrei mit der Errichtung der Propstei auf dem Fahrenberg zusammenhängen und somit auf den Beginn des 14. Jahrhunderts anzusetzen sein.

Im Rahmen eines Bauernaufstandes im Jahre 1524 wurden das Kloster auf dem Fahrenberg und die Kirchen zu Bernrieth und Waldkirch, das auch eine eigene Pfarrei war, zerstört. Schon zwei Jahre später wird Bernrieth nicht mehr als eigene Pfarrei erwähnt, sie war – wie auch Waldkirch – 1526 also vor 494 Jahren in die Pfarrei Lennesrieth eingegliedert worden.

Das Gotteshaus zu Bernrieth ist wohl am Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut worden. Es befand sich an der Stelle des Anwesens der Familie Müller („Kramer“), früher Hausnummer 3. Die Kirche war – ähnlich wie das Lennesriether Gotteshaus – eine nach Osten ausgerichtete Turmkirche, das heißt, der Hochaltar befand sich im Turm. Reste der Grundmauern wurden vor etwa 25 Jahren bei Erdarbeiten im Hof des Anwesens entdeckt, aber leider nicht dokumentiert. Zahlreiche Knochenfunde beweisen die Existenz des Friedhofs. So führte bei der Anlage des neuen Schulgartens 1890 der damalige Lehrer Walberer Klage darüber, dass Buben mit Totenschädeln Fußball gespielt hätten. Auch bei einer Baumaßnahme 1968 wurden in den Felsen gehauene Gräber entdeckt und Knochenfunde geborgen.

Christian Müller weiß genau, wo früher die Pfarrkirche stand und zeigt an die Stelle, wo heute ein Spielhaus für Kinder steht. Dort wo die Fundamente der damaligen Kirche waren, gibt er geheimnisvoll zu verstehen, dass sich an dieser Stelle in den nächsten Monaten baulich etwas verändern wird, wobei bereits ein kleines Glöckchen eine Rolle spielen werde. Vor acht Wochen habe man sich in der Pergola im Hof in der Familie über die Vergangenheit des Anwesens Gedanken gemacht. Werner Müller vom Waldthurner Badeweiher, der Sohn vom Kramer Sepp spielt hier auch eine entscheidende Rolle, denn er ist ein Holzfachmann, will aber die genaueren Pläne derzeit noch nicht preisgeben. So darf man gespannt sein, was Christian, sein Vater Ernst, Onkel Werner und Opa Josef Müller, der Kramer Sepp an der Stelle der ehemaligen Pfarrkirche am Kramerhof errichten werden.

Denn, dieses Dorf ist zwar nicht besonders groß, hat aber eine große Geschichte mit unternehmungslustigen, geschichtsbewussten jungen und junggebliebenen Bewohnern.

Pfingstschwanz kommt ungeschoren davon – alter Brauch pausiert

Text und Bilder: Franz Völkl

Lennesrieth. Lärm ist oftmals störend, es gibt aber ein Dorf, in dem alljährlich an einem Nachmittag ein richtiges Ramasuri stattfindet und dabei das Geschrei von jungen, kräftigen Männern zum Ritual gehört – heuer herrscht leider einsame Stille.

„Pfingstschwanz, Oarschdorm, bist heit Nacht ins Bett eigfrorn. Warst eiher aufgestandn, was das a niat worn.  Oier und Schmolz hein mer gern, Kraut und Fleisch essmer gern. Alleluja, Alleluja, da Pfingstschwanz is dou“, erschallt es seit mehr als 150 Jahren alljährlich am Pfingstmontag im wunderschönen Dorf Lennesrieth, das zur Marktgemeinde Waldthurn gehört. In diesem Jahr wird an diesem Tag eine ungewohnte Ruhe vorherrschen, leider kann der berühmte Lennesriether Pfingstschwanz nicht von Haus zu Haus ziehen. „Wir dürfen und wollen hinsichtlich der Coronakrise in diesem Jahr diesen alten Brauch nicht aufrecht halten, es wäre für alle Beteiligten, ob Pfingstschwanzfahrer aber auch die vielen Zuschauer zu gefährlich“, erklärte im Vorfeld Alexander Lukas. Der „Luki“ wie der Mistkarrenfahrer kurz genannt wird, ist seit vielen Jahren der heimliche Vorstand der Lennesriether Pfingstschwanzfahrer, kommt aus dem Nachbardorf Albersrieth und chauffiert seit 22 Jahren den Mistkarren, auf dem der Pfingstschwanz – der faule Sack – durch die Straßen gefahren wird.

Pfingtsschwanz-Chauffeur Luki

„Pfingstschwanz“ wird, wer an diesem Pfingstmontag als letzter aus den Federn kriecht. Hinter vorgehaltener Hand behauptet man, dass der „Langschlaf“ alljährlich nur ein Aspekt zur Findung des Pfingstschwanzes sei, der andere sei die Tatsache, dass man sich bereits am Frühschoppen – nach dem Flurumgang – ausgiebig beim Dorfwirt berät und diskutiert. Bei diesen feuchten „frühschopplichen Beratungen“ engt sich der Kreis der Kandidaten sichtlich ein. Trotzdem wird erst kurz vor Start, im Schneinder- oder Äelbauernstodl – eine endgültige Entscheidung getroffen. Dem Spätaufsteher wird deswegen ein „Erdäpflsog“ – Jutesack über den Kopf gestülpt, ein Strohring um den Körper geschnürt unter großem Ramasuri wird er auf einen Schubkarren gelegt und unter Juchzen, Musikklängen und Goiselschnalzen von Haus zu Haus geschoben. Vor jedem Haus kippt der Luki den „Langschläfer im Jutesack“ ab und dieser tanzt unter den Klängen des Schifferklaviers wie der Lump am Steckerl. Während des Schautanzes rufen die Begleiter ihren Pfingstschwanzspruch. Obendrein wird das tanzende Opfer mit Wasser begossen oder von Kindern mit der Wasserpistole angespritzt.

„Ein echter Kerl der Region muss einmal im Leben beim Pfingstschwanzfahren dabei gewesen sein“, so der Leitspruch der Männerschaft. An diesem Ritual beteiligen sich nicht nur einheimische Junggesellen, auch Burschen aus den umliegenden Ortschaften stehen am Pfingstmontagnachmittag mit Lederhosen, kariertem Hemd, Hut, Flederwisch und Goiseln parat. Bewaffnet sind die jungen Burschen mit einem Buckelkorb für die Eier, einer Pfanne für das Schmalz und einer großen Geldkasse.Lukas kann sich dieses Jahr ausruhen und für nächstes Jahr neue Kräfte für die Mistkarrenfahrt sammeln. Denn er hat eine durchaus verantwortungsvolle Aufgabe die ihn auch den Schweiß ins Gesicht treibt. So geht es in halsbrecherischer Fahrt, angefeuert von der Dorfbevölkerung, mit dem mit Birken geschmückten Mistkarren durchs ganze Dorf und in jeder Kurve hat der Wagen eine beängstigende „Schlagseite“. Ausgeliehen wird der „mistige Karren“ vom Lennesriether Stefflbauern Hans, ein Mann, der das kulturelle Leben in seinem Heimatdorf in- und auswendig kennt. Auch die traditionelle Flurprozession am Pfingstmontagvormittag, von Lennesrieth nach Waldthurn, bei dem die jungen Männer jedes Jahr dabei sind, fällt Corona zum Opfer.

Besucher des Spektakels spendierten in den vergangenen Jahrzehnten immer einige Euros, damit sich die Truppe samt Pfingstschwanz anschließend aktiv erholen und im Dorfwirtshaus „Zur grünen Linde“ einkehren konnte. Viele vom Treiben ausgesperrten, weil verheirateten „älteren Säcke“ beobachten das Treiben sehr kritisch. Sie erklären Kind und Frau voller Stolz, dass das Familienoberhaupt früher auch schon mal einer dieser strammen Pfundskerln war. Aus erziehungstechnischen Gründen verschweigen aber die Väter ihren begleitenden Kindern, dass man bei den „ersten Trinkübungen“ beim Dorfwirt schon mal an einem Bier genippt habe.

Vor fünf Jahren – im Jahr 2015 – fuhren die Pfingstschwanzfahrer nach Regensburg und führten am Domplatz ihren Pfingstbrauch auf. Sie erinnerten dabei an ihre „Vorfahren“ der Pfingstschwanzfahrer, die unter dem Motto „Pfingstbräuche in der Oberpfalz“ fuhr 1975 eine damals sehr illustre Truppe am Pfingstsamstagnachmittag in die Bezirkshauptstadt, um oberpfalzweit ihrem urigen Brauch von der Sonnenseite des Fahrenberg der staunenden Stadtbevölkerung präsentiert hatten. Der verstorbene Waldthurner Heimatpfleger und ehemalige Bürgermeister Franz Bergler hatte damals die Fahrt organisiert.

Am Pfingstmontag des kommenden Jahres hofft der heute noch nichts von seiner Rolle ahnende Pfingstschwanz 2021, dass sich einige Dorffrauen trotz dieser Zwangspause 2020 wieder daran erinnern, mit dem springenden, juchzenden und nassen „Irgendjemand“ Erbarmen haben und ihn mit warmen Wasser begießen. Nötig hat der arme Tropf es allemal, nicht immer herrschen an Pfingsten sommerliche Temperaturen. Außer einer Badehose ist der Pfingstschwanz einzig und allein mit dem triefenden Jutesack bekleidet. Klar im Nachteil sind diejenigen Jungburschen, die bis zum nächsten Pfingsten 2021 in den Hafen der Ehe einfahren – für sie ist in diesem Jahr das letzte Pfingstschwanzfahren der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Lebensfreude und Brauchtum pur sind am Pfingstmontag 2021 hoffentlich wieder in Lennesrieth zu sehen – „Alleluja, Alleluja, da Pfingstschwanz is dann hoffentlich wieder dou!“

Wetterhornsagen aus dem böhmisch-bayerischen Grenzland – Ungläubiges Staunen vor 17 Jahren

Text und Bilder: Franz Völkl

Oberbernrieth. Seit jeher fürchtete die Landbevölkerung die Naturgewalten, denen sie schutzlos ausgeliefert war und die oft binnen kurzer Zeit den Lohn mühsamer Arbeit vernichteten. Man versuchte dieses Unheil durch das Läuten besonders geweihter Glocken, das Schießen von Hagelkanonen oder auch durch das Gebet vor der geweihten, schwarzen Wetterkerze abzuwehren. Eine Möglichkeit mancherorts war auch durch das Blasen von sogenannten Wetterhörner gegeben.

Uralt ist der Brauch des Wetterhornblasens, durch das man die heranziehenden Unwetterwolken von den heimischen Fluren abholten wollte. Der Oberbernriether Heimatpfleger Georg Schmidbauer ist neben seinem Nachbarn Josef Müller (Kramer Sepp) ein ausgesprochener Spezialist in Sachen Wetterhörner. „Die zum Blasen verwendeten Hörner sind Gehäuse einer besonders großen Meeresschnecke, des Tritonshorns“. Nachfolgend drei Beispiele aus dem böhmisch-bayerischen Grenzraum.

Das Oberbernriether Wetterhorn

Neulosimthal war ein Pfarrdorf, das zirka zwei Kilometer nördlich der Staatsgrenze zwischen Waldheim (Gemeinde Georgenberg) und Reichenthal lag. Heute ist Jedlina, wie Neulosimthal tschechisch heißt, eine Wüstung, nur der Friedhof ist noch in Teilen erhalten. Als Besonderheit wird aus früheren Zeiten gemäß den Ausführungen von Schmidbauer von einem Wetterhorn berichtet: „Ein Neulosimthaler ist im Besitze eines sogenannten Gewitterhornes (Trompetenschnecke), welches die Bezeichnung `Rom 1794` trägt. Diese Inschrift soll bedeuten, dass das betreffende Gehäuse im Jahre 1794 zu Rom vom Papste geweiht worden sei. Diesem Gehäuse wird nun die Kraft zugeschrieben, heranziehende Gewitter durch Blasen aufzuhalten oder ihnen eine andere Richtung zu geben“.

Auch im Dorf Pfrentsch, zwischen Waidhaus und Eslarn gelegen, wird laut dem Oberbernriether Heimatpfleger im Hause Lindner (Schneiderbauer) ein Wetterhorn, das sogenannte Ulrichshorn aufbewahrt, eine große Meeresschnecke, die der Einsiedler Wisner aus seiner Seemannszeit mitgebracht haben soll. Bei aufziehendem Gewitter blies er darauf, um das Unwetter zu vertreiben. Die Sage erzählt: Das alte Fischerdörflein Pfrentsch (die Ortschaft lag am größten Stausee des Mittelalters, dem Pfrentschweiher) hat, wie auch einige andere oberpfälzische Ortschaften, sein Wetterhorn: Einen Nautilus (Kahnmuschel), so groß wie ein Kinderkopf. Als einst der Weiher noch bestand, waren die Gewitter dort besonders schlimm und da hat man das Horn von dem Einsiedelmann auf dem Ulrichsberg vor mehreren hundert Jahren erworben. In einem weißen Tuch eingeschlagen, wird es bald da, bald dort bei den Eingeweihten wie ein Heiligtum aufbewahrt. Wenn ein Gewitter im Anzuge ist, dann wird das Wetterhorn geblasen und zwar am besten auf dem Platz, wo das Johannisfeuer abgebrannt wird. Das Gewitter zieht ohne Schaden vorüber. Die Muschel ist aber nicht so leicht zu blasen – im Gegenteil, eine große Geschicklichkeit und eine kräftige Lunge gehören dazu, denn ihr Ton solle die Erde erzittern. Kein Neugieriger bekommt sie je zu sehen und es ist ein streng gehütetes Geheimnis, wer das Wunderding gerade beherbergt.

Das Fahrenbergdorf Oberbernrieth war und ist im Besitz eines Wetterhornes, das der dortige Spezialist Josef Müller – der Kramer Sepp – furchteinflößend blasen kann. Er ist einer der renommiertesten Wetterhornbläser weit und breit. Der Fachmann behauptet fest, dass es sich beim Oberbernriether Wetterhorn nicht um eine mystische Legende, sondern um ein reelles Phänomen handelt. Seit Jahrzehnten bläst er die geweihte Muschel, die ein Pilger vor vielen hundert Jahren aus dem Heiligen Land mit zum Fahrenberg gebracht hatte. Als damals in der Nacht ein schlimmes Gewitter aufzog, hat der Pilger in seine Muschel geblasen – und das Unwetter zog fort. Zum Dank, dass man ihn im Bergdorf so gut aufgenommen hatte, überließ er später die Muschel den Oberbernriethern. Diese hüten das wertvolle Stück wie einen Schatz. Als die Waldthurner zu früheren Zeiten wegen ständiger Gewitter, die durch die Oberbernriether ins Waldthurner Land geblasen wurden, Unwetter, Hagel und Regen auf ihren Felder und Häusern hatten, schickten sie laut Kramer die Polizei. „Die Rechnung hatten sie aber nicht mit den schlauen Dorferern gemacht. Der „alte Feiler“ versenkte das gute Stück schnell im Erdäpflsuppentopf – die Gendarmen suchten, fanden aber das Wetterhorn nicht. Somit haben die Bewohner des Tals schließlich aufgegeben und seither kreist das Wetterhorn von Anwesen zu Anwesen zur Sicherheit im Bergdorf. Wer das „Verblasinstrument“ aufbewahrt, in welchen Turnus es wechselt ist ein streng gehütetes Dorfgeheimnis. Blasen kann es nur der Kramer.

Aufgehoben wird es in einem dunkelroten Samtsack, der vor schlechten Einflüssen schützt und den Ton im geweihten Wetterhorn bewahrt. Es sei sehr schwierig, dem Horn die nötigen Töne zu entlocken. Durch die enorme, gewöhnungsbedürfte Lautstärke lässt sich die Mystik des Vertreibens von Naturgewalten schon besser verstehen. Sündige Menschen könnten dieses Gerät nicht in Schwung bringen – und eine Frau hat nach Aussagen von Kramer die Muschel bisher nicht in der Hand gehabt. Man brauche eine besondere Begabung und besondere Lippen, die das Unwetter-Verblas-Instrument liebe- und hingebungsvoll an der vorgesehen Öffnung umschließen, erklärt der Oberbernriether. So richtig intensiv hat Müller vor 17 Jahren das letzte Mal die wunderbare Kraft des Horns festgestellt. Im Jahre 2003 kamen eine Reporterin und eine Fotografin einer landwirtschaftlichen Wochenzeitung nach Oberbernrieth, um eine Reportage über das liebenswerte Dorf zu erstellen. Schmidbauer stand im Hof seines Freundes Müller (Kramer) und die Fotografin bedauerte, so viele schöne Motive entdeckt zu haben, doch leider war der Himmel wolkenverhangen und es regnete immer wieder. Da schritt der Kramer so beiläufig zur Tat und fragte:

„Sollt i ebba s’Wetterhorn blous’n?“ Die Damen fragten sofort nach, was es mit dem Wetterhorn auf sich habe. Während der Kramer Sepp ins Haus ging, um das Horn zu holen, erzählte Schmidbauer die alte Heimatsage, was den Besucherinnen sehr gefiel. Der „Sepp“ entlockte nun dem Wetterhorn einige schaurige Töne, was die Damen sehr erheiterte. Doch dann blieb ihnen das Lachen im Hals stecken: Nach etwa zehn Minuten erstrahlte ein herrlicher blauer Himmel über Oberbernrieth. Ungläubiges Erstaunen, ja ein leiser Schauer erfasste die Frauen und sie glauben noch heute mit Sicherheit an die Wirkung des Wetterhorns.

Das Luhebächlein

Text und Bild: Franz Völkl

Waldthurn. Von 1891 bis 1921 war der Pädagoge Leonhard Gradl Oberlehrer in Waldthurn. Die Luhe entspringt im Wald bei Wampenhof in der Nähe von Spielberg in der Marktgemeinde Waldthurn (Luhequelle im Bild). Aus der Feder des im Jahr 1939 verstorbenen Lehrers stammt das Gedicht, das bei einem Poststreik entstanden ist:

Das „Luhebächlein“.

Luhbächlein silberklar fließt du von Jahr zu Jahr nieder ins Tal.
Droben bei Wampenhof entspringt der Erde Schoß dein frischer Quell.
Ringsum rauscht dichter Wald, der Vöglein Lied erschallt freudig zum Gruß.
Saftgrüne Wiesen ziehn blumendurchwirkt dahin, bieten dir Duft.
Well um Well lispelt leis: Jetzt geht es auf die Reis‘ weit in die Welt.
Habt ihr auch Post für mich?
Ich besorgs ganz gewiß, könnt mir vertraun. D’Naab ist mir gutgewillt, Donau, die fürcht ich nicht.
Wenn du nach Regensburg kommst, rufest du nicht umsonst: Männer, wacht auf!
Rettet die Ehr, setzt euch der Lüg zur Wehr mit geballter Faust!

Heimatkundlicher Arbeitskreis im Regenburger Museum

Der Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn (HAK) machte sich am Faschingssamstag unter der Leitung der beiden Vorsitzenden Georg Schmidbauer und Josef Forster auf nach Regensburg, um mehr über den Entstehungsprozess des neuen Museums in Regensburg zu erfahren.

Bayern ist legendär, der Freistaat ein Erfolgsmodell, seine Kulturlandschaft hoch geschätzt. Es gibt in Bayern Museen zu den vielfältigsten Themen, nicht jedoch zu unserer jüngsten Geschichte, insbesondere zur Demokratiegeschichte. Mit dem neuen Museum hat man dafür einen Wissensspeicher gebaut. Im Mittelpunkt stehen die Menschen in Bayern, alle Stämme und auch die Zugezogenen von weither, die ihre Heimat hier gefunden haben. Der rote Faden in der Dauerausstellung lautet: Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn so besonders macht.

Seit 5. Juni 2019 lädt der Löwe, das symbolträchtige Wappentier aller Bayern, im Herzen der Stadt Regensburg zum Besuch der neuen Kulturinstitution ein. Er steht im 17 Meter hohen Licht durchfluteten Foyer, in dem er die Besucher persönlich willkommen heißt.

Zu Besuch bei guten Freunden

Ein schon länger geplantes Vorhaben setzte der Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn am Mittwoch, den 5. Februar, in die Tat um, nämlich einen Besuch beim Museumsarbeitskreis Pleystein. Die starke Waldthurner Abordnung wurde von den beiden Vorsitzenden Grete Reger und Christa Walbrunn herzlich begrüßt. Altbürgermeister Hans Walbrunn berichtete vom Werdegang des Museumsarbeitskreises und dessen vielfache Aktivitäten. Anschließend wurden die Waldthurner Gäste in Gruppen durch das sehenswerte Museum geführt, das vor allem durch seine Mineraliensammlung Erstaunen erregte und weltweiten Ruf genießt. Fundierte Erläuterungen gaben dabei Stadtheimatpfleger Bernd Piehler sowie Grete und Werner Reger..

Nach dem Eintrag in das Gästebuch ging es dann zum „Pöllert’n“, wo man bei einer deftigen Brotzeit in froher Runde beieinander saß und Erfahrungen austauschte. Der 1. Vorsitzende des HAK Waldthurn, Georg Schmidbauer, bedankte sich abschließend herzlich für die Gastwirtschaft und nannte den Abend einen Besuch bei guten Freunden. Im Gegenzug lud er die Mitglieder des Museumsarbeitskreises nach Waldthurn zur Präsentation der „Waldthurner Schulgeschichten“ ein.

Mit der Schnudan ist es sauschön – Krenweiberla kreuzen auf und erinnern an das Hausschlachten

Oberbernrieth. Obwohl es den Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) erst seit eineinhalb Jahren in der Marktgemeinde gibt, hat er sich in dieser kurzen Zeit zu einem echten Kulturträger mit Hang zur akribischen Arbeit, aber auch gehörigen Portion Spaß entwickelt. Am vergangenen Mittwochabend hatte der HAK zu einen unterhaltsamen, „sauguaten“ Abend rund um die frühere Hausschlachtung und um das Thema „Sau“ eingeladen.

Das Pass – Stüberl Kominowski direkt am Affenpass in Oberbernrieth platzte förmlich aus allen Nähten. Die Mitglieder des HAK um die beiden Vorsitzenden Georg Schmidbauer und Josef Forster hatten an diesem Abend an alles gedacht und zusammen mit der Wirtin Maria Kominowski ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Zur Einstimmung wurde den vielen Besuchern aus der Region, unter ihnen die drei Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler (CSU), Roman Bauer (Freie Wähler) sowie Hans-Peter Reil (SPD) und den Vorsitzenden der Schönwerth-Gesellschaft Hans Walbrunn aus Pleystein erst einmal eine deftige Schlachtschüssel mit Leber-Blutwurst, Kesselfleisch, Kraut und leckeren Dotsch serviert. Schlag auf Schlag ging es, als unbekannte, maskierte „Wurstsuppenfahrer“, bei Hochzeiten auch Spießrecker genannt, auftauchten, die gehört hatten, dass geschlachtet wurde und sie gerne einige „Würscht“ hätten. Dieser Wunsch wurde selbstverständlich von der Familie Kominowski erfüllt und die Wurstfahrer“ zogen mit voller Schüssel wortlos wieder ab.

> > > weitere Bilder von den Saugeschichten im Pass-Stüberl

HAK – Vorsitzender Schmidbauer meinte, dass man sich an diesem Abend sauwohl fühlen könnte, denn es drehe sich alles um die „Sau“. Schmidbauer lieferte an diesem Abend eine Vielzahl an „Schweinereien“, denn ein Schwein sei etwas ganz Besonderes, wie kein anderes Tier habe es unsere Sprache geprägt. Der Sprecher sinnierte über die Begriffe wie „armes Schwein, Dreckschwein, dummes Schwein, Glücksschwein und faules Schwein“. Er sprach von saukalt, sauschön, meinte das vorgegangene Essen sei saugut gewesen und man sich jetzt deshalb sauwohl fühle. Der „innere Schweinehund“ sei ein hartnäckiges Geschöpf und stehe dafür, wenn man sich von unangenehmen Aufgaben drücken will. Gerade in der derzeitigen Jahreszeit sei es oft „sauglatt“. Bei einer tollen Party lässt man die Sau raus und schließlich musste der HAK-Chef seine „schweinischen Ausführungen“ beenden, da er seine „Sauklaue“ auf seinem Notizzettel nicht mehr lesen konnte.

Der HAK-Vorsitzende hatte einen Kassettenrekorder mitgebracht und spielte eine Aufnahme aus dem Jahr 1986 der verstorbenen Kreuzer – Resl aus Brünst vor, bei der sie anlässlich der Einweihung der Waldthurner OWV -Skihütte ein Gedicht mit dem titel: „An Sepp sei Sau“ vortrug. Die Zuhörer hatten ihre helle Freude daran und meinten, dies sei „saustark“ gewesen.

Schließlich kreuzten die zwei Krenweiber (Andrea Götz und Steffi Daubenmerkl) auf, die aus dem ländlichen Raum aus Beidl und Leuchtenberg nach Oberbernrieth gekommen waren. Sie hatten Haushaltswaren dabei, gaben aber auch Lebensweisheiten „a la Sau“ zum Besten. „Mir wissen fei immer vüll, wos d`Leit fiar a Gfrett hom, miar kannt`n Instagram und Facebook locker ersetzen“, meinte das besondere Duo selbstbewusst. Sie erzählten über Hausschlachtungen „Wea`s freia war“. Sauerkraut und Kesselfleisch, sei auch ihre Lieblingsspeis und sie erläuterten launig so manch alte Kochrezepte. Zusammen mit Schmidbauer am Schifferklavier sangen sie das oberpfälzer Erdäpfl–Lied oder auch ein Lied von der Sau: …doch es lässt sich nicht ändern, ein Schwein ist und bleibt halt a Sau“. Die beiden verkleideten Waldthurnerinnen sprachen von Leberkäs, Pressack, Gschling, Streichwurst, Knöchlsulz, Leber und Hirn und schließlich präsentierte Maria Kominowski passend zu den Ausführungen der Krenweiber eine gekochte „Schnudern“ einer Sau. Die beiden Damen meinten, dass es früher doch sehr knickrige Bauern gab, die als „Noudfickl“ lediglich eine dünne Wurstsuppe an die Wurstfahrer gaben. Unterhaltsam stellten dieKrenweiber fest, dass man das weibliche Schwein hier im Land Zuchtsau nennt, das männliche Gegenüber allerdings abfällig der Saubär sei.

Aus ihren umfangreichen Weisheiten des Abend hatten die beiden Frauen des Heimatkundlichen Arbeitskreises schließlich ein kleines Dialekträtsel mitelf Ausdrücken wie „hoigle“ oder „Schnudan“ vorbereitet – die mehr als 60 Besucher machten beim Lösen des Rätsels gerne mit. Gewonnen hat schließlich die Waldthurnerin Rosi Rühl, die ein „Kändl-Leit-Dinna“ in Form einer Kerze samt Suppenpäckchen gewann. Der Bibershofer Landwirt Gerhard Riedl erhielt einen „scharfen Genuss“ in Form von zwei Kren – (Meerrettich) Stangen. Der Waldthurner Pädagoge i.R. Sepp Kick marschierte als Drittplatzierter mit einigen original Oberpfälzer
Kartoffeln nach Hause. So ging der kurzweilige Abend im Schweinsgalopp
vorbei.

Gespannt darf man schon auf das über 220 Seiten starke Buch des HAK mit dem Thema „Schulgeschichten aus dem Waldthurner Land“ sein, das im Frühjahr erscheinen soll. Dabei haben die Mitglieder des HAK Interessantes rund um das Thema Schule aus der ganzen Region zusammengetragen. 2. HAK-Vorsitzender Josef Forster hat dabei aus vielen Einzelgeschichten ein Ganzes geformt.

Text und Bilder: Franz Völkl, Rainer Sollfrank

15 Jahre lebendige Partnerschaft Waldthurn und Hostau – Beeindruckende Bilanz

Waldthurn/Hostouň. Vermutlich muss man in der Region weit gehen, um eine dermaßen lebendige und gelebte Partnerschaft zwischen einen böhmischen und bayerischen Ort zu finden. Am 27. November 2019 hatte der Markt Waldthurn unter der Federführung von Bürgermeister Josef Beimler die tschechische Partnerstadt Hostouň / Hostau in das Waldthurner Rathaus eingeladen, um das 15-jährige Partnerschaftsjubiläum mit einem Festakt zu begehen. Neben dem Hostauer Bürgermeister Miroslav Rauch waren dessen Stellvertreter Karel Brabec und Milos Hutkay, der Stadtrat, die Leiterin des Hostauer Kindergartens und eine Vertreterin der Schule aus Böhmen angereist.

Eine Abordnung der „Historisch Hochfürstlichen Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft Sternstein“, die beiden Waldthurner Bürgermeister Roman Bauer und Hans-Peter Reil, der Marktrat, Pfarrer Norbert Götz und Vertreter der Vereine waren ebenfalls im Waldthurner Rathaus anwesend. Auch die Rektorin der Wolfgang-Caspar Printz Grundschule Waldthurn Carina Hartwig und die Leiterin der Kita St. Josef Sonja Kick machten ihre Aufwartung.

Musikalisch zeigte sich die Bläsergruppe um Konstantin Stahl, Lukas Kleber, Sebastian Daubenmerkl, Simon Schwab und Renate Voit instrumental für den Festakt verantwortlich. Die Gruppe Triangel mit Doris Völkl, Andrea Götz und die an diesem Tag Geburtstag feiernde Steffi Daubenmerkl sorgten für einen gesanglichen Rahmen, der sich sehen und hören lassen konnte. So sangen sie neben der wahren Freundschaft ein Oberpfälzer Kartoffellied, das sie teilweise zur Würdigung ihrer Freunde jenseits der Grenze und zu deren Freude in tschechischer Sprache intonierten. „Das ist das erste Mal, dass ich in den letzten 15 Jahren ein Lied über die Oberpfalz in tschechischer Sprache gehört habe“, meinte Bürgermeister Rauch gerührt. Der Text sei fast so schön wie die tschechische Nationalhymne.

Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) hatte hinsichtlich des Jubiläums perfekte Arbeit geleistet und begleitete den Festakt mit einer Ausstellung, die 15 Jahre Partnerschaft beleuchtet. Der 1. Vorsitzende des HAK, Georg Schmidbauer aus Oberbernrieth meinte, ihn sei sofort klar gewesen, dass man sich als HAK hinsichtlich dieses Jubiläums und diesem bemerkenswerten Akt einbringen müsse. So beschloss der HAK, die verschiedenen Ebenen der Partnerschaft in Wort und Bild aufzuzeigen. Schmidbauer nannte seinen HAK – Stellvertreter Josef Forster als den „Macher“ des Vereins, der passendes Bildmaterial sammelte und aus einem Sammelsurium von 3.000 Bildern auf zehn Tafeln mit Hilfe von Rainer Sollfrank zusammengestellt hat. „Schuld ist immer der Bürgermeister“, meinte Forster ganz freundschaftlich, als er kurz den Bildband vorstellte (Bildband herunterladen).

Auf 128 Seiten platzierte er unter dem Titel „15 Jahre lebendige Partnerschaft – 15 let proziteho partnerstvi“ den zweisprachigen Bildband mit 300 Fotos, der die Aktivitäten der letzten 15 Jahre dokumentiert.

Gastgeber Bürgermeister Josef Beimler sagte, dass diese Partnerschaft lebt, von gegenseitigem Respekt und einem freundschaftlichen Miteinander geprägt ist. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass der damalige Bürgermeister Franz Bergler auf der Suche nach einer Partnerschaft auf die Stadt Hostouň gestoßen sei. Niemand konnte damals ahnen, dass sich im Laufe der Jahre eine der besten Partnerschaften zwischen Bayern und Böhmen entwickeln würde. Angefangen bei den Kleinsten in den Kindergärten und Schulen, über die Vereine bis hin zu den politischen Gremien stehen ständige Kontakte und eine herzliche Zusammenarbeit auf der Tagesordnung. Beimler zitierte seinen tschechischen Bürgermeisterkollegen Rauch „Eine Welt ohne Freunde ist eine Welt ohne Sonne“. Allein dieser Satz sage alles über die Zusammenarbeit.

Beimler gedachte in seiner Rede der leider verstorbenen Janka Gollwitzer. „Ohne sie und ihren eindrucksvollen Einsatz voller Herzblut gäbe es die Partnerschaft so wie sie heute ist nicht“. Beimler dankte dem beim Festakt als Dolmetscher fungierenden Partnerschaftsbeauftragten Uli Völkl, den beiden Auslandsbeauftragen Maria Greim und Georg Bocka sowie der „Ständigen Vertretung in Hostau“ in den Personen Dieter Zeus, Franz Pflaum, Helmut Gollwitzer und Hermann Weig. Die beiden Kommunen tauschten Geschenke aus – so erhielt die tschechische Delegation eine große Flagge in den Waldthurner Farben und eine Silbermünze 800 Jahre Waldthurn. Beimler konnte ein große Luftaufnahme der Ortschaft Hostau in Empfang nehmen.

Rauch ging in seinen Ausführungen auf einige wichtige Jubiläen ein, die in der Tschechischen Republik in diesem Jahr gefeiert werden. Er nannte unter anderem 600 Jahre Prager Fenstersturz, 150 Jahre böhmische Feuerwehr, 101 Jahre Gründung des tschechischen Staates, das Ende des zweite Weltkrieges vor 75 Jahren, erste Mondlandung vor 50 Jahren und vor 20 Jahren trat Tschechien der Nato bei. Rauch meinte in seiner sehr launigen Rede, dass es in seinem Heimatland alljährlich am 25. November eine Feier des internationalen Tages des Nichtkaufens gebe. Schließlich nannte Rauch als Höhepunkt für seinen Ort den 15. Jahrestag der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommen zwischen Hostouň und Waldthurn. Das Hostauer Stadtoberhaupt glänzte mit einigen bayerischen Redenarten wie „Hanswurst, Holz vor der Hütte, Koi Weib koi Gschrei oder auch Gott erhalte mir meine Gesundheit und die Arbeitskraft meiner Frau!“, die er in den eineinhalb Jahrzehnten gelernt hatte und in perfektem Deutsch von sich gab. Rauch erinnerte an den 13. März 2004, an dem man den Partnerschaftsvertrag unterzeichnet hatte. Viele Unternehmungen habe man gemeinsam durchgeführt.

Regelmäßig treffen sich die beiden Kindergärten, die Schulen, Feuerwehrleute, Gemeinderäte, Sportler oder auch Senioren. Viele gemeinsame Ausflüge wie nach Prag und vor kurzen in das Werksviertel nach München standen auf dem Programm. Der tschechische Bürgermeister dankte allen, die an der Partnerschaft aktiv beteiligt sind. „Vor allem die verstorbene Janka Gollwitzer war die Seele und der Motor der Partnerschaft in den ersten Jahren“. Nun sei Uli Völkl der entsprechende Antrieb, der regelmäßig nach Hostouň/Hostau komme. Rauch wünschte für die bevorstehenden Kommunalwahlen in Waldthurn eine glückliche Hand in der Auswahl von Menschen, die sich aktiv für die Weiterentwicklung ihres Marktes und für die weitere Entfaltung hinsichtlich der Partnerschaft einbringen. Bevor der halbrunde Geburtstag beim Malermichl gebührend mit musikalischer Unterhaltung der Waldthurner „Hulzstoussboum“ gefeiert wurde, trugen sich alle in das Goldene Buch der Marktgemeinde Waldthurn ein.

Schon am Vormittag waren Hostauer Grundschüler nach Waldthurn gekommen und wurden mit Gesang der Klasse 2/3 empfangen. Sie tauschten gegenseitige Geschenke aus und betätigten sich in der Turnhalle gemeinsam sportlich. Einige deutsch/tschechische Künstler wurden äußerst kreativ und malten zwei große Kunstwerke, auf denen jeweils ein Grenzübergang zu sehen ist. Pflanzen symbolisieren jeweils Waldthurn und Hostau die damals durch den Eisernen Vorhang getrennt waren und wieder zusammenwachsen. Ein Bild bleibt in Waldthurn, das andere nahmen die Hostauer mit nach Böhmen und hängen es dort in ihrer Bildungseinrichtung auf.

Text und Bilder: Franz Völkl

HAK ist auf Zack

Informationsschilder an historischen Gebäuden und geschichtsträchtigen Plätzen

Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) Waldthurn ist ein junger, dynamischer Verein und ist voller Aktivitäten. Die beiden Vorsitzenden Georg Schmidbauer und Josef Forster stellten nun Bürgermeister Josef Beimler die vom HAK entworfenen Informationsschilder mit kurzen Infotexten und prägnanten Bildern vor. Diese werden an historischen Gebäuden und geschichtsträchtigen Plätzen in der Marktgemeinde angebracht.

Das HAK-Führungsduo überreichte an den Rathauschef ein Muster, der sich sehr angetan zeigte. Auch die Mitglieder des Markgemeinderates stimmten mittlerweile dem Vorhaben zu.

Schon seit einiger Zeit beschäftigen sich die Mitglieder des HAK-Arbeitskreises mit der Idee, an interessanten Gebäuden oder historischen Plätzen Informationen über deren Geschichte und Bedeutung anzubringen. Schmidbauer stellte die ersten Texte zusammen, die Mitglieder schlugen in mehreren Sitzungen weitere Standorte und Inhalte vor. „Die Texte informieren kurz und stichpunktartig. Ein großes Schriftbild sorgt für gute Lesbarkeit, auch ohne Brille“, so Schmidbauer. Ein oder mehrere Bilder erinnern an frühere Zeiten. Speziell bei Kirchen sollen Innenaufnahmen auf die hervorragenden Gestaltungen und die künstlerische Ausstattung hinweisen und für einen Besuch des Gotteshauses werben. Die Gestaltung übernahm zweiter Vorsitzender Josef Forster. Frische Farben lenken die Aufmerksamkeit des Vorübergehenden auf sich. Um die Zugehörigkeit zum Verbund des „Naturparklandes“ zu verdeutlichen, finden sich Elemente des Corporate Designs (Erscheinungsbild) wieder. Die 20 mal 30 cm großen Schilder bestehen aus witterungsfestem und stabilem Alu Dibond, einer drei Millimeter dicken Platte aus Aluminium und Kunststoff, UV-beständig bedruckt. 

„Insgesamt 23 Hinweisschilder entstanden so. Bei weiteren Vorschlägen wäre es kein Problem, die Anzahl zu erweitern. Die Aufstellung oder Anbringung der Schilder an den Gebäuden erfolgt in den nächsten Wochen. Die Hausbesitzer werden natürlich vorab kontaktiert“, erklärte Forster.

Text und Bild: Franz Völkl

HAK beteiligt sich an der Landkreisaktion „Verein macht Schule“

Am Mittwoch, den 17. Juli, fand die Aktion „Verein macht Schule“ in der Wolfgang-Caspar-Printz-Grundschule statt, zu der auch der Heimatkundliche Arbeitskreis eingeladen war. Der stellvertretende vorsitzende Josef Forster, unterstützt von Georg Schmidnauer, entführte die Kinder mit einer äußerst gelungenen und informativen Präsentation in die Welt vor hundert Jahren, was eine tolle Resonanz fand. Die sehr interessierten Schüler staunten über ein Leben ohne Strom, ohne Maschinen und moderne Geräte, über das Leben, Wohnen, Arbeiten und vor allem auch die hygienischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Infolge zahlreicher Rückfragen und Beiträge wurde fast bei jeder Gruppe die Zeit zu knapp.Rektorin Carina Hartwig dankte den Vertretern des HAK und überreichte als kleine Anerkennung einen sehr ansprechend gestalteten Jahresrückblick der Schule.

Bürgerfest Waldthurn: HAK-Weißwürste finden reißenden Absatz

Im Frühjahr 2019 trat der Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn der Vereinsgemeinschaft des Marktes Waldthurn bei. Eine zum Bürgerfest geplante Ausstellung unterblieb zwar aus mehreren Gründen. Um sich aber beim Bürgerfest aktiv einzubrinegn, wurde von den HAK-Damen ein Weißwurstverkauf während des Frühschoppens angedacht. Dies fand allgemeine Zustimmung, und man einigte sich auf den Verkauf von Weißwürsten mit Brezen, Kaffee und kleines Gebäck sowie Kücheln.

Beim Frühschoppen startete dann der Verkauf, und nach kurzer Zeit hatte die emsige „Frauschaft“  unter dem Kommando von Irmi Hinterding alles an den Mann gebracht. Deshalb wird auch nach diesen positiven Erfahrungen nächstes Jahr der HAK wieder beim Bürgerfest vertreten sein. Vorsitzender Georg Schmidbauer zollte den rührigen Mitgliedern großes Lob.

Unser Bild zeigt (von links) Steffi Daubenmerkl, den 1. Vorsitzenden Georg Schmidbauer, Angela Bodensteiner, Irmi Hinterding und Josefine Schmid, nicht zu vergessen an der Kasse „Finanzfachmann“ Rainer Sollfrank sowie Andrea Götz.

Waldthurner Heimatkundler zu Besuch im Staatsarchiv Amberg

Ein Jahr besteht der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) nun schon. Neben dem kleinen Bändchen  „Geschichten aus dem Schönwerth-Land“ ist eine umfassende Broschüre über die Schulen der Gemeinde Waldthurn, vor allem aus den beiden letzten Jahrhunderten in Vorbereitung. Im Herbst ist die Aufbereitung und Katalogisierung der von der Familie Bergler freundlicherweise überlassenen Unterlagen des Heimatforschers Franz Bergler geplant. Außerdem möchten die Mitglieder auch mit den in den öffentlichen Archiven vorhandenen Unterlagen Grundlagenforschung betreiben. Vierzehn Interessierte folgten daher der vom stellvertretenden Vorsitzenden Josef Forster organisierten Einladung des Staatsarchivs Amberg, wo sie Archivamtmann Jochen Rösel (M.A.) begrüßte. Nach einer theoretischen Powerpoint-Präsentation über die Aufgaben und Zuständigkeiten der staatlichen Archive ging Rösel auf die Ausleihmodalitäten, Personen- und Datenschutz und vor allem auf die vorhandenen Bestände ein. Neuerdings ist im Lesesaal unter bestimmten Bedingungen sogar das Fotografieren mit Handy`s und sonstigen Digitalkameras erlaubt, was die Recherche ungemein erleichtert. Mehrere zehntausend Dokumente legen die Mitarbeiter des Amberger Staatsarchivs den Besuchern jährlich vor. Der Hauptteil der Suchenden kommt aus den Heimatkundlichen Vereinen, gefolgt von Familienforschern. Vor einem Besuch sind Anfragen per Mail sinnvoll. Wegen der begrenzten Mitarbeiterzahl können Antworten aber einige Tage dauern. Sichtlich erfreut waren die Waldthurner über die zahlreichen Fundstücken, die Rösel eigens für sie in Vitrinen zusammengestellt hatte. Wertvollstes Teil war die Originalurkunde mit Siegel aus dem Jahr 1218 (Bild links) in der Heinrich, Graf von Ortenburg, mit dem Abt von Waldsassen Güter tauschte und Friedrich und Ulrich von Waldthurn als Zeugen genannt wurden. Gefolgt von einem prachtvollen handkolorierten Folianten bis hin zu Dokumenten und Plänen über die Jahrhunderte bis zur Neuzeit. Anschließend führte der Beamte durch die Archivräume. Die Findstube ist dabei die erste Anlaufstelle, in der die Forschenden beraten werden und in den Katalogen und Registern erste Hinweise auf die Unterlagen erhalten. Anschließend werden die gewünschten Unterlagen herausgesucht und im Lesesaal bereitgestellt. Bereitwillig beantwortete Rösel die vielen Fragen der Besucher. Der Vorsitzende des HAK, Georg Schmidbauer, lobte die Mitarbeiter des Staatsarchivs, von denen er bei seinen früheren Besuchen immer freundlich und zuvorkommend bedient wurde. Josef Forster überreichte als Dankeschön in Ermangelung noch eigener Druckerzeugnisse seine neue Chronik und kündigte ein baldiges Wiedersehen an. Die gewonnenen Eindrücke besprachen die Mitglieder des HAK anschließend in einem Amberger Biergarten.

Heimatkundlicher Arbeitskreis ein Jahr jung – Geburtstagsfeier beim Kühnhauser

Der „Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn“, kurz HAK genannt, ist ein Jahr jung und strotzt vor Aktivitäten. Bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Kühnhauser konnte der Vorsitzende Georg Schmidbauer eine Vielzahl an Mitgliedern begrüßen. Dabei gab es für den neuen Verein ausschließlich Lob. OWV – Vorsitzender Roman Bauer meinte, der Oberpfälzer Waldverein und der HAK können trotz unterschiedlicher Zielsetzungen vieles gemeinsam anpacken. Auch Bürgermeister Josef Beimler stellte die vielen Tätigkeiten des noch jungen Vereins in den Vordergrund und sicherte seitens der Marktgemeinde die vollste Unterstützung zu. Kassenprüferinnen Andrea Götz und Steffi Daubenmerkl hatten hinsichtlich des positiven Kassenberichts von Max Kick keinerlei Beanstandungen. Schmidbauer blickte in seinem Bericht kurz auf die Gründung vor einem Jahr zurück. „Die Idee reifte im Ausschuss `Festschrift` hinsichtlich des großen Waldthurner Heimatfestes 2017 – vor zwei Jahren – am 6. Juni 2018 wurde schließlich der HAK im Rathaussaal aus der Taufe gehoben“. 2. Vorsitzender Josef Forster hatte im Vorfeld eine entsprechende Satzung ausgearbeitet, Steffi Daubenmerkl kreierte ein griffiges Logo mit viel Wiedererkennungswert. Forster gab gleich nach Vereinsgründung sehr kompetent eine interessante Einführung in die deutsche Schrift. Erstaunlich sei laut Schmidbauer auch gewesen, dass der Aufruf an die Firmen in der Marktgemeinde hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung auf ein positives Echo getroffen sei. Den Erlös des letzten Frühschoppens vor der Umstrukturierung des alten Gebäudes am Marktplatz im „Kultgasthaus Ebnet“ in Höhe von 250 Euro überbrachte Thomas Ebnet dem HAK. Das Schönwerth – Leseheft wurde durch Schmidbauer, Helmut Gollwitzer und Josef Forster herausgegeben – die Resonanz war enorm. Rudolf Meißner sei in Waldthurn der „alte Felsenkeller – Beauftragte“. Das tolle Ergebnis seiner Recherchen präsentierte Meißner zusammen mit dem leidenschaftlichen Mitstreiter Josef Kick. Kontakt bestehe zu den HAK Waidhaus, Vohenstrauß und dem Museumsverein Pleystein. Im Herbst 2019 mache man sich daran, an historischen Gebäuden der Marktgemeinde Info-Tafeln zu erstellen.

„Schulgeschichten aus dem Waldthurner Land“ sei eine Veröffentlichung, die im kommenden Winter erscheinen werde.

Der Nachlass von Franz Bergler und den früheren Lehrer Franz Prem werde derzeit gesichtet. Dr. Johannes Weig kümmert sich um die professionelle Homepage des Vereins, Forster und Rainer Sollfrank haben eine Vielzahl an Bildmaterial zu allen möglichen interessanten Bereichen digitalisiert. Gut angekommen sei der adventliche Abend im Gasthaus Bergler. Für den Auftritt des Landtheater Oberpfalz (LTO) im alten Raiffeisengebäude habe man eine Ausstellung durchgeführt und Textbeiträge beigesteuert. Der HAK sei inzwischen auf 60 Mitglieder angewachsen. Pro Arbeitssitzung sei ein Viertel der Mitglieder aktiv. Auch einige Neuaufnahmen waren zu verzeichnen. Man habe laut Schmidbauer angeregt, den Schönwerthstein neu zu beschriften. Eine umfangreiche Mitarbeit beim Waldthurner Bürgerfest wolle man anstreben. Schmidbauer habe auch begonnen, mit älteren Bürgern der Marktgemeinde zu sprechen. Dabei habe man interessante Erinnerungen und Details aus der Vergangenheit erfahren. „Ich werde auch in Zukunft solche Gespräche weiterführen!“, so Schmidbauer. Forster sprach hinsichtlich der Arbeit und des Engagements von Schmidbauer die vollste Anerkennung aus. Ein besonderer Dank galt auch der Marktgemeinde, die den Verein bei der medialen Grundausstattung intensiv unterstützte. Am 4. Juli wolle der HAK eine Fahrt ins Staatsarchiv nach Amberg unternehmen.

Text und Bild: Franz Völkl

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Abteilung Männer-Reitsport beim Lennesriether Burschenverein – Der Ottenriether Adolf Weig erinnert sich genau

„Ich bin der einziger der Abteilung Reitsport des damaligen Katholischen Burschenvereins Lennesrieth, der noch lebt“, stellte der 87-jährige Adolf Weig aus Ottenrieth fest. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Katholischen Landjugend (KLJB) Waldthurn wird derzeit viel in den Chroniken gestöbert. Interessant ist es, dass vor 64 Jahren innerhalb des Burschenvereins Lennesrieth, den Vorgänger der KLJB, eine Abteilung Reitsport gegründet wurde.

Durch die reitsportbegeisterten Vereinsmitglieder Oskar Ertl aus Lennesrieth und dem Ottenriether Adolf Weig wurde am 1. Dezember 1955 eine Reitabteilung mit eigener Satzung und Kasse ins Leben gerufen. Es wurde festgelegt, dass nur Männer dem Reiterclub beitreten durften und dass der Monatsbeitrag 1 DM beträgt. Erster Vorsitzender war Ertl, als zweiter Vorsitzender fungierte Hans Völkl aus Lennesrieth/Brunnhof. Weitere Mitglieder waren Josef Stahl (Frankenrieth), Max Ertl (Waldthurn), Alfred Pühler (Grubmühle), Hans Kleber, Hans Kiesl, Franz Vitzthum, Franz Kiesl, Franz Ertl (alle Lennesrieth), Alfons Weig (Ottenrieth), Alfons Gollwitzer (Woppenrieth) und Franz Weig aus Albersrieth.

Die Mitglieder trainierten wöchentlich auf einem Wiesengrundstück unterhalb der Ortschaft Lennesrieth, das von Bauer Kleber gepachtet worden war. Später wurde der Reitplatz auf die Wiese neben dem Lennesriether Friedhof verlegt. „Wir haben teilweise sogar den Reitlehrer Euringer vom Reiterverein Weiden engagiert“, erklärte Weig. Das Training fand immer 3 Wochen lang, jeweils täglich um 05.30 Uhr am Morgen statt, da die Pferde zur täglichen Arbeit auf dem Feld eingesetzt waren. „Organisiert hatte dies Vorsitzender Oskar Ertl, der auch die treibende Kraft im Verein war“. Am Abend folgte beim Lennesriether Wirt der theoretische Teil. „Die Zügel der Pferde wurden an den Wirtshaustischen festgemacht und wir machten Trockenübungen unter Anleitung des Reitlehrers“. Auch an Kirchenzügen in Waldthurn, Vohenstrauß und Waldau nahmen die Reiterburschen teil.

Zwei Pferde waren am Krapfnhof in Ottenrieth in Einsatz, aber nur mit seiner Oberländer–Stute „Greta“ nahm er an den Reitübungen und Festen teil. Beim Training wurden gar Kopfstände und freihändige Stände auf dem Pferd geübt. Weig hat heute sogar noch einen alten aber noch feinen Reitanzug im Schrank, den er sich damals speziell gekauft hat. Auch die alte Mitgliedskarte ist noch in Besitz von Weig.

1956 nahmen die Reiter an einem Springturnier teil, bei dem bekannte Pferde und Reiter aus der ganzen Bundesrepublik vertreten waren. Jeweils am Kirchweihsonntag in den Jahren 1956 und 1957 veranstaltete die Reitergruppe eine Fuchsjagd (Hubertusjagd) die durch die ganze Region führte. Die schwierige Strecke mit Steilhängen, Wassergräben, natürlichen und künstlichen Hindernissen stellte an die beteiligten 18 Reiter höchste Anforderungen

Neben den Lennesriether Reitern konnte man auch Gäste von den Reiterclubs Weiden und Hirschau begrüßen. Der Kirchweihtanz am Abend rundete diese Veranstaltung ab. 1957 wurde zusätzliche ein Reit- und Kutschenfahrkurs durchgeführt. Der dafür gewonnene Reitlehrer aus Landshut vermittelte nicht nur die Technik des Reitens und Fahrens, sondern auch theoretische Kenntnisse zur Pferdepflege, Hufbeschlag. Mangels einer neuen Generation junger interessierter Reiter löste sich die Reitabteilung 1959 wieder auf.

Text und Bilder: Franz Völkl

Mutter-Maria-Tag auf dem Fahrenberg

Am vergangenen Sonntagabend war es in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Fahrenberg wie so oft im Mai. Am Muttertag feierten die Christen aus der ganzen weiteren Region im vollbesetzten Gotteshaus die Maiandacht, mit Priester, den Ministranten und seit mehr als 60 Jahren mit den Fahrenberger Mesner Josef Riedl im Altarraum. „Maria hatte ein einfühlsames Herz“ meinte Pfarrer Norbert Götz, dies zeigte sich besonders bei der Hochzeit zu Kanaa und unter dem Kreuz. Maria sei von Jesus nicht zu trennen, dank ihr habe Jesus einen menschlichen Leib erhalten. „Marias mütterliches Herz schlägt für Alle“. Die Hektik des Alltags rückte bei dieser abendlichen Stunde mit den verbindenden Worten des Geistlichen in weite Ferne. Zu einer echten altbayerischen Marienandacht wurde diese besinnliche Stunde durch die beiden überzeugenden Musikgruppen, die den Abend fein abgestimmt begleiteten. Gunda Völkl aus Pleystein am Hackbrett, Heidi Klos an der Zither und Maria Golla an der Gitarre entführten als Waldthurner Stubenmusik instrumental in eine erholsame Stunde des Marienlobes. Die Gesangsgruppe Triangel mit den harmonischen, klaren Stimmen von Steffi Daubenmerkl, Andrea Götz und Doris Völkl sowie Georg Schmidbauer an der Orgel machten mit „Ein Kind Mariens sein und werden“, einer dreistimmigen Version von „Meerstern ich dich grüße“, dem „Ave Maria, Glöcklein“ und „Maria unsere Begleiterin“ den Marienverehrern und den vieles Mamas ebenfalls ein besonderes Muttertaggeschenk.

Text und Bild: Franz Völkl

Josef Forster stellt Waidhauser Chronik vor

Am Montag, 23,4.2019, stellte unser stellvertretender Vorsitzender Josef Forster sein neuestes Werk vor. Es handelt sich dabei um die Chronik des Marktes Waidhaus. Im vollbesetzten Rathaussaal begrüßte Bürgermeisterin Margit Kirzinger die Gäste, namentlich auch eine starke Abordnung des Heimatkundlichen Arbeitskreises Waldthurn mit Vorsitzendem Georg Schmidbauer. Sie betonte, dass es sie mit großer Freude erfülle, nach der längst vergriffenen Chronik von Siegfried Pobloetzki  nun mit JosefForster einen kompetenten Autor gefunden zu haben, der die reiche Waidhauser Geschichte sehr anschaulich und reich illustriert darstellt. Nach Grußworten von Kreisheimatpfleger Peter Staniczek und Pfarrer Georg Hartl stellte der Verfasser in einer sehr eindrucksvollen Präsentation sein neues Werk vor. Es beinhaltet 368 Seiten mit über 1 000 Bildern und umfasst die Geschichte von der Steinzeit bis in unsere Tage.

Der HAK Waldthurn beglückwünscht Josef Forster  zu diesem eindrucksvollen, mit viel Fleiß und Sachkenntnis erstellten Werk und wünscht eine gebührende Aufnahme durch die Bevölkerung.

zum Pressebericht im Oberpfalznetz

Kultureller Auftakt im alten Raiffeisengebäude

Nach langen Planungen und vielen Gesprächen war es am 16. März 2019 soweit: in das alte Raiffeisengebäude, das schon mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel hat, kehrt nach einem langjährigen Dornröschenschlaf wieder Leben ein. Auf Initatiative des Landestheaters Oberpfalz wurden erste szenische Eindrücke über das künftige Leben in den ehrwürdigen Gemäuern vermittelt. Mit tatkräftiger Unterstützung der Marktgemeinde Waldthurn, besonders lobend erwähnt wurde das Bauhof-Team, wurden die ersten Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das aus Mitteln des „Landkultur“-Fonds des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Modellprojekt hat zum Ziel, ein Zeichen gegen den Leerstand im länfdlichen Raum zu setzen und die Kultur in ländlichen Zusammenhängen zu stärken.

Das Bild zeigt einen Teil des alten Raiffeisengebäudes (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1889 anlässlich der Beerdigung des Brauereibesitzers Joseph Bodensteiner)

Bürgermeister Josef Beimler drückte mit einem launigen Grußwort seine Freude über das enorme Engagement aus, das alle beteiligten Seiten zeigten. Neben dem Landestheater Oberpfalz erwähnte er insbesondere das Amt für Ländliche Entwicklung und seinen immer mitziehenden Marktrat. Die Verwantwortlichen des Landestheaters stellten kurz den Werdegang des Projektes vor. Mit lebhaft vorgetragenen Anektoden aus orstbekannten Überlieferungen (z. B. die Geschichte vom Wetterhorn in Oberbernrieth) bei dramaturgisch passender Musik lieferten Mitglieder des Landestheaters erste Eindrücke von ihrem schauspierlischen Können. Bekannt gegeben wurde zudem der Termin für die erste Aufführung in der „Waldthurner Kulturwerkstatt“: am 4. und 5. Mai 2019 (Samstag/Sonntag jeweils 16:00 Uhr) wird das Ein-Personen-Stück „Die Wanze“ auf der kleinen Bühne präsentiert (>>> zur Buchung von Karten).

Nach dem offiziellen Teil konnten die zahlreichen Besucher, unter ihnen viele Vertreter der Waldthurner Vereine, bei einen Rundgang die rustikalen Räumlichkeiten bestaunen, begleitet von Lichteffekten und dekorativen Elementen aus der Theaterwelt.

Der Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn nutze die Gelegenheit, erste Bildeindrücke vom Leben in Waldthurn von anno dazumal in den historischen Räumlickeiten auf mehreren Schautafeln zu zeigen. Unter der Federführung von Josef Forster, der für die Auswahl des Bildmaterials verantwortlich zeichnete, hatten Mitglieder des jungen Vereins die kleine Ausstellung Stunden zuvor aufgebaut.

Weitere Eindrücke vom ersten offiziellen Ereignis im alten Raiffeisengebäude sind in der Bildergalerie und im Fernsehbeitrag des OTV zu sehen:
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Schönwerth-Geschichten für Schulen

Das Büchlein „Geschichten aus dem Schönwerth-Land“ kann gegen eine Schutzgebühr von drei Euro bei der Marktverwaltung im Rathaus Waldthurn erworben werden.

Im alten Lobkowitzschloss zu Waldthurn erscheint ein Buch mit alten Geschichten die in die moderne Form der globalen Welt übertragen werden und die Zuhörer dabei besonders bei einer Erzählerin ganz Ohr sind.

„Aus den Erzählungen und Märchen von Franz Xaver von Schönwerth spricht die Seele des Volkes aus der Zeit um Mitte des 19. Jahrhunderts“, resümierte der Schönwerth – Kenner Klaus Ibel aus Vohenstrauß. Beim Festakt zur offiziellen Vorstellung des Buches „Geschichten aus dem Schönwerth – Land“ war eine Vielzahl an „Prominenz“ der Einladung des Pleysteiner Präsidenten der Schönwerthgesellschaft Johann Walbrunn in das alte Waldthurner Schloss gefolgt. Im Mittelpunkt des Interesses standen neben dem Buch die beiden Hauptprotagonisten Erika Eichenseer aus Regensburg und der Oberbernriether Buchautor, Heimatpfleger, Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises und „tragende Kulturgestalt der Region“ Georg Schmidbauer. Hausherr Bürgermeister Josef Beimler war von der zusammengestellten Buchfassung der beiden Autoren beeindruckt. Walbrunn stellte die Regensburgerin Eichenseer als die „Mutter der Schönwerthgesellschaft“ vor.

Erika Eichenseer sei eine hervorragende Erzählerin, was sie an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis stellte. Walbrunn gab so manchen Spruch von Schönwerth (1810 -1886) zum Besten: „Wos ma gern tout, kummt oin niat hiat a“ oder auch „A bais Maal frißt maiahna, wos a Ochs Hei“.

 

Erika Eichenseer

Eichenseer schwärmte in ihrer mitreißenden Art von Schönwerth und dessen Geschichten: „Er ist ein Alleinstellungsmerkmal für diese Region!“. „Drah dich um und schau wo du herkommst“ – ein jeder sollte nicht vergessen, wo seine Wurzeln sind. Die Märchen von Schönwerth würden manchmal etwas komisch betrachtet. „Ja, sie sind ein wenig anders“. Laut Eichenseer sollten Märchen an der Pubertät ansetzen. Genau diese Phase sei oft von Unsicherheit, Getrieben sein, Unruhe und Angst gekennzeichnet. „Die Hetzjagd junger Menschen bis sie endlich erwachsen sind sichern Märchen ab“. Oft werden in den Geschichten grausame Bilder gezeichnet, doch sie haben immer einen guten Ausgang. Am Ende seien all diese Schwierigkeiten in den Märchen gelöst und es steht ein erwachsender und gefestigter junger Mensch da. Bei Schönwerth sei beispielsweise eine Frauengestalt nicht als schöne Prinzessin, sondern als tatkräftige, starke, mutige Frau, die selbst etwas wagt, dargestellt. In der Schule sollten diese Geschichten gelesen werden. Die Erzählerin sprach über Schönwerths besondere Vorliebe für die Sagengestalten der „Holzfräulein“ und erzählte eine Geschichte aus dem neuen Buch.

Als Zugabe brachte die Regensburgerin mit Prinz Roßzwifl eine weitere Episode aus dem neuen Buch zu Gehör. „Schönwerth-Märchen sind schön – ich habe es an ihren Nasenspitzen gesehen“, sagte sie unter dem Applaus der Besucher.

 

Autoren mit Ehrengästen

Laut Schmidbauer sei die Idee zum Buch bei einem Besuch zusammen mit Walbrunn und Bürgermeister Beimler in Regensburg bei Eichenseer entstanden. „Schönwerth muss in die Schulen, hin zu den Kindern“, forderte dabei der Waldthurner Marktchef. Aus dem reichen Fundus von 500 Märchen des bedeutenden Volkskundlers der Oberpfalz wurden 30 Geschichten ausgewählt. Diese haben die beiden Autoren sprachlich in eine kindgerechte Form gebracht und der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) Waldthurn steuerte noch so manche Anregung bei. Schmidbauers Schwiegersohn Tobias Wallner gestaltete das Aufsehen erregende Titelbild, weitere Bilder entstanden bei Engelbert Süß in Mitterteich. Die drucktechnische Vorbereitung lag in den Händen von Helmut Gollwitzer und der Verlag „Druck und Kunst“ des Waldthurners Josef Forster übernahm die Drucklegung. Das Büchlein wendet sich hauptsächlich an Schulkinder, ist aber auch für Erwachsene unterhaltsam. Sämtliche Redner des Abends waren sich einig, dass Schönwerth als unermüdlicher Sammler Oberpfälzer Sitten und Sagen nicht vergessen werden dürfe. Gerade deshalb, weil man im Schönwerthland lebt, in dem Landstrich, wo er viel Zeit verbracht hat, viel gesammelt hat und letztendlich in Neuenhammer seine Frau gefunden hat.

Die Schönwerthgesellschaft unterstützten die Volksbank, der Vohenstraußer Friseursalon Günther Schönberger, der HAK Waldthurn sowie die Marktgemeinde Waldthurn. Das Büchlein ist gegen eine Schutzgebühr von drei Euro bei der Marktverwaltung zu kaufen.

Walbrunn hoffte, dass im Herbst im schönen Zottbachtal auf dem Glasschleifererweg sechs Künstler aus der Region in die mystische Welt eintauchen und der Sagen- und Märchenpfad in Neuenhammer fertig stellen.

Die Marktgemeinde Waldthurn stellt für die Schulen im Altlandkreis Vohenstrauß einen Klassensatz des neuen Schönwerth – Geschichten – Buches kostenlos zur Verfügung, freute sich Schulrätin Margit Walter. „Ihre Arbeit und die Mühen für dieses Buches fallen bei den Schülerinnen und Schülern auf fruchtbaren Boden“, dankte Walter für dieses großartige Geschenk.

„Sie präsentieren Schönwerth auf eine Art und Weise, die sich `Sie` schreibt“, schwärmte MdL Stephan Oetzinger. Gerade in der heutigen schnellen Zeit, wo oft das World Wide Web als Ersatzreligion dient und die Digitalisierung noch dynamischer geworden ist, seien Erzählungen aus der Vergangenheit wichtig. Der Volkskundler Schönwerth habe mit seinen Geschichten ein Stück Heimat konserviert. Mit dem vorgestellten Buch für Kinder und junggebliebene Erwachsene haben die Verfasser einen zeitlichen Transmissionsriemen geschaffen, um diese Geschichten in das Jahr 2019 zu transportieren. Menschen in der Region werden an diese Zeit und an diese Persönlichkeit erinnert und es werden Schönwerths Geschichten weitergeben.

Text und Bilder: Franz Völkl

 

Krampus, „Thama mit’m Hammer“ und die Wilde Luzie

Text und Bild von Franz Völkl

Der Heimatkundliche Arbeitskreis veranstaltet eine adventliche Sitzweil, die teilweise etwas gruselig ist und die Antwort gibt, warum zu bestimmten Zeiten keine Unordnung im Haus herrschen und keine weiße Wäsche zum Trocknen aufgehängt sein darf.

Die Erzählungen aller Beteiligten des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) gingen durch das Gasthaus Bergler wie die „Wilde Jagd“. HAK – Vorsitzender Georg Schmidbauer, sein Stellvertreter Josef Forster sowie Andrea Götz nahmen die Zuhörer mit durch eine adventliche Brauchtumsreise angefangen vom Anfang des 20. Jahrhunderts über Rauhnächte bis hin in zur adventlichen Gegenwart. Den Gemütlichkeitsfaktor steuerte beim Bergler die Waldthurner Stubnmusik mit Schmidbauer am Hackbrett, Heidi Klos an der Zither und Maria Golla an der Gitarre. Das Trio lockerte den interessanten Abend musikalisch auf.

„Im Gegensatz zur heutigen stressigen Vorweihnachtszeit war früher die Arbeit auf den Feldern getan und man hatte jetzt in der Adventszeit richtig Zeit“, erklärte Schmidbauer. Der Advent sei aber auch mit viel Schreckgestalten wie beispielweise den Krampus angefüllt gewesen.

Während der Adventszeit erfreuten sich besonders die Rorateämter, die zwischen Weihnachten und Neujahr Engelämter genannt wurden, besonderer Beliebtheit. In Waldthurn habe man auch in der heutigen Zeit diesen Brauch aufleben lassen. Am Heiligen Abend in der Früh um 6 Uhr ist es seit Jahren Tradition, ein Rorateamt, das in diesem Jahr musikalisch von der Gruppe Triangel umrahmt wird, zu feiern. Dabei ist die Pfarrkirche in Kerzenlicht getaucht.

Die Urahnen hängten früher Anfang Dezember ein mit Tannenzeigen geschmücktes Wagenrad in die Stube, um auf diese Weise Gesundheit,Wachstum und Fruchtbarkeit in Haus, Stall und Feld zu sichern, gleichzeitigaber auch die bösen, feindseligen Wintergeister abzuwehren. Die christliche Liturgie habe laut Schmidbauer den Brauch übernommen und fügte Kerzen hinzu. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts weigerten sich noch Pfarrer, dieses „heidnische Zeug“ in der Kirche aufzuhängen. Der HAK-Vorsitzende berichtete auch vom stellenweise belebten Brauch des „Anklöpfeln“, wobei hier Kinder an den Donnerstagen im Advent von Haus zu Haus zogen, das Klöpfellied sangen, eine gesegnete Weihnacht wünschten und dafür Plätzchen und Obst bekamen. Pfarrer Andreas Renner habe das sogenannte Frauentragen, das sich bis heute gehalten hat, in der Pfarrei wiederbelebt.

„Ich hoffe, es fürchtet sich heute niemand beim Heimgehen“. Etwas gruselig wurde es in der Wirtstubn, als Andrea Götz über die Rauhnächte (auch Rauchnächte) berichtete. Wohnungen und Stallungen hat man mit Weihrauch ausgeräuchert, um die Götter milde für das nächste Jahr zu stimmen. Der Zeitraum der zwölf Rauhnächte liegt zwischen den Thomastag, 21. Dezember bis Silvester. Diese Nächte, auch Losnächte genannt, symbolisieren Wende, Neubeginn und Selbsterfahrung, wobei Orakel befragt werden können, wie das nächste Jahr wird. Früher wurde an den Tagen der Rauhnächte ausschließlich gebetet und gefastet, um Unheil abzuwenden. In der Silvesternacht bricht laut Götz die „wilde Jagd“ auf. Geister und arme Seelen haben Ausgang und treiben ihr Unwesen.

Vor über hundert Jahren gingen die armen Leute mit der Dunkelheit ins Bett, berichtete Josef Forster sehr amüsant und lehrreich. Kerzen waren aus Bienenwachs und nur reichen Leuten vorbehalten. Am Ofen in der Küche wurde sich erwärmt, dort erzählte man sich Geschichten, Sagen und Neuigkeiten und es wurde auch gesungen. Erzählungen dienten auch als Erziehungsmethoden. Allerheiligen sei ein Unglückstag, an dem man keine Reisenunternehmen und Tiere töten solle. Am 11. November haben angeblich Gänse den Heiligen Martin durch ihr Geschnatter verraten – heute wird die Martinsgans verzehrt. Am 30. November berichtete Forster habe einer der Apostel Andreass einen Namenstag. Dieser sei der Patron der Mädchen, die an diesem Tag beispielsweise durch Pantoffelwerfen vorhersagen können, ob sie im nächstenJahr einen Mann bekommen. Forster sprach über den Beginn des Dreschens Anfang Dezember, den Barbaratag und den Tag der Wilden Luzie am 13. Dezember. Am 21. Dezember sei der „Thama mit’m Hammer“, der Tag des Apostels Thomas.„Der Dama mit`m Hama schlägt bösen Kindern s’Hirn ein oder einen Nagel rein“, erklärte Forster voller Schaudern. Am 31. Dezember an Silvester werden die Geister vertrieben, über die Zukunft im neuen Jahr spekuliert und das Vieh unterhält sich im Stall über die Ereignisse des folgenden Jahres.

Schmidbauer schloss schließlich, mit ein paar lustigen Kurzgeschichten wie die vom drehbaren Christbaumständer, den unterhaltsamen Abend.

Kleine Chronik der Oberen Pfalz und von Waldthurn mit seinen Ortsteilen

Zusammengestellt von Josef Forster

Vor unserer Zeitrechnung (v.Chr.)

10000 v. Chr.
Steinzeitfunde, z. B. entlang der Luhe

5000 v.Chr.
Jungsteinzeit

2000 v.Chr.
Bronzezeit, Kelten lebten in unserer Gegend

800 v. Chr.
Eisenzeit

Ab unserer Zeitrechnung (n.Chr.)

0 – 200
Römer unterwarfen und besiedelten dasLand nördlich der Alpen bis zur Donau, nördlich davon lebten freie Kelten. Siewurden langsam von germanischen Stämmen verdrängt oder integriert. Böhmendrangen in unser Gebiet.

200 – 350
Römer bauten Verteidigungsanlagen (Limes) gegen die aus dem Norden anrückenden Germanen aus.

350 -500
Hunnen eroberten Europa. Germanische undslawische Stämme flohen nach Westen auch durch die Oberpfalz.

nach 500
Die Oberpfalz zählte kurze Zeit zum Thüringerreich. Danach eroberten die Franken die Region bis zum Böhmerwald.

555
Erster Stamm der Bayovari. Eine genaue räumliche Abgrenzung ist nicht bekannt.

600
Zahlreiche Slawen kamen auf der Flucht vor den Awaren über den Böhmerwald in die Region.

650
Die Agilolfinger begründeten das Bayerische Stammesherzogtum

680
Theodo II., Herzog der Bajuwaren in Baiern, besiedelte erstmals gezielt den Nordgau.

739
Derheilige Bonifatus erhob Regensburg rechtlich zu einem Bistum

788
Karl der Große setzt den letzten Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger ab und beendet das bajuwarische Stammesherzogtum. Von Regensburg aus erfolgte die Christianisierung des Nordgaus und auch nach Böhmen. Unter Karl dem Großen kam Baiern nun endgültig zum Frankenreich. Böhmen oder damals Beheimi genannt, leistete Karl dem Großen ab 805 Tribut.

843
Das Frankenreich wurde aufgeteilt. Von 843 bis 876 war Ludwig König des Ostfrankenreiches. Der Nordgau blieb beiBayern.

938
Graf Berthold von Schweinfurtwurde 938 Markgraf des Nordgaus. Die ersten Burgen und Festungen entstanden. Dazubrauchte man Menschen, die die umfangreichen und schweren Arbeiten durch Frondienste erledigen konnten.

948
Die Ungarn fielen in Bayernein. Bei Floß wurde eine Schlacht gewonnen. Es gibt Hinweise, dass zwischen Floß und Waldthurn  

1007
Graf Berengar von Sulzbach übernahm den Nordgau.

Waldthurn

1180
Auf dem Fahrenberg stand eine Burg.

1190
Ein Gottfried von Waldaw-Vornberg kehrte vom Kreuzzug zurück.

1197
Gottfried von Waldaw-Vornberg nahm an einem Turnier in Nürnberg teil.

1204
Gottfried, der dem Templerordenangehört, baute eine Kapelle an die bestehende Burg auf dem Fahrenberg.

1217
Ersteurkundliche Erwähnung von Waldthurn.

1517
Erhebung zum Markt mit dem Recht regelmäßige Märkte abzuhalten.

bis 1540
Waldthurn unter den Herren von Waldthurn und Waldau

1540 – 1647
Waldthurn unter der Herrschaft derer von Wirsberg. Unter den Wirsbergern wurde der evangelische Glaube offizielleReligion.

1628
Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Rückkehr zum katholischen Glauben durchgesetzt.

1666
Die Lehensherrschaft der Fürsten von Lobkowitz begann.

1808:
Waldthurn kam zu Bayern. Offiziell Ende der Leibeigenschaft.

Lennesrieth

1000 – 1100
Als Ort mit der Endung „rieth“ im Namenentstand Lennesrieth (predium Lenesriut) wahrscheinlich schon im 10. oder 11.Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1261
Die erste Nennung von„Lennersreuth“, wie es damals auch genannt wurde, war 1261 eine Schenkung der Brüder Berthold und Ulrich von Waldthurn sowie Heinrich von Pleystein an das Kloster Waldsassen.

1276
Die Waldthurner beherrschten um die Mitte des 13. Jahrhunderts das Gebiet mit den Orten Waldthurn, Lennesrieth, Remmelberg, Letzau, Pirk und Tresenfeld. Allerdings besaßen auch andere Herrschaften einzelne Güter in diesem Bereich, z.B. die Waldauer, Tännesberger, Pleysteiner und eben auch das Kloster Waldsassen. Einzelne Besitztümer wechselten oft die Besitzer. Zum Beispiel verzichtete 1276 Bertold von Waldau auf alle Ansprüche an Gütern in Lennesrieth sowie auf die Vogtei Albersrieth.

1279
Friedrich von Tännesberg entsagteöffentlich allen Ansprüchen auf Besitzungen in Lennesrieth, auch auf das steinerne Haus bei der Kirche, sowie auf die Vogtei Albersrieth. Dies ist gleichzeitig die erste Erwähnung der Kirche in Lennesrieth, die dem hl. Jacobus geweiht war.

um 1290
Lennesrieth war einer der Verwaltungsmittelpunkte für die klösterlichen Besitzungen im Nordgau mit einem eigenen Klosteramtmann, der wahrscheinlich im „steinernen Haus“ bei der Kirche residierte. Als Schutzvögte waren die Waldthurner vom Kloster eingesetzt.

1366
Bei der leuchtenberger Besitzteilung erhielt Landgraf Johann Burg und Stadt Pleystein. Die vonWaldsassen erworbenen Besitztümer, wie die Dörfer Albersrieth, Lennesrieth (ohne 2 Höfe), Spielberg, Goldbrunn sowie die zwei Mühlen in Waldthurn fielen an Pleystein.

1596
Die genannten 19 Anwesen in Lennesrieth gliederten sich in 5 Höfe, 7 Lehen, 2 Kobelgüter (Kobel bezeichnete man ein kleines einfaches Haus ohne oder mit wenig Grund). Ein Hirtenhaus als Gemeinbesitz. 1 freieigenes Lehen. 2 Lehen und das Pfarrwidem (Pfarrhof) in der Grundherrschaft und Niedergericht durch die Herrschaft Waldthurn. Zehntrechte für die Pfarrei Lennesrieth. 

im 18. Jahrhundert
Das PflegamtPleystein war in 4 Viertel eingeteilt. Albersrieth und Lennesrieth zählten zum 1. Viertel. Spielberg und Goldbrunn zum 2. Viertel mit eigenen Viertelmeistern.

um 1800
Lennesrieth zählte 4 ganze Höfe, 4 halbeHöfe, eöfe, 3 ¼ tel Höfe (davon einWeber), ein 1/16 tel Hof (Weber), 1 1/32 tel Hof (Schneider). in Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Der Meierhof war freieigen (ein Leuchtenberger Lehen). Der 1/16 tel Hof des Schulmeisters war ebenfalls freieigen. Filialkirche St. Jakob.

1808
Zur Steuergemeinde Lennesrieth zählten die Ortschaften Albersrieth, Frankenrieth, Fitzmühl, Lindnermühl, Buch, Kühbachhof und Grubmühle

1821
Für den Ort Lennesrieth wurde eine eigene Ruralgemeinde (einfache Landgemeinde) geschaffen.

Albersrieth
Als Ort mit der Endung „rieth“ im Namen entstand Albersrieth wahrscheinlich schon im 10. oder 11. Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1185
In einer Urkunde des Papstes Lucius III. vom 09. März 1185 ist bereits ein „Vockinhoue“, das damals an heute unbekannter Stelle am Vockenhofbach bei Waldthurn lag, bezeichnet.

1196
Graf Diepold I. erhielt dieses Vockinghoue vom Kloster Waldsassen im Tausch gegen Albersrieth (advocatiam Albretsriut). Wann Graf Diepold in den Besitz von Albersrieth gelangte ist nicht bekannt. Angeblich hatte es ihm ein leuchtenbergischer Ministeriale namens Metfried geschenkt.

1232
Albersrieth gelangte durch Kauf an die Herrschaft Leuchtenberg.

1276
Bertold von Waldau verzichtete auf alle Ansprüche an Gütern in der Vogtei Albersrieth.

1279
Friedrich von Tännesberg entsagte öffentlich allen Ansprüchen auf Besitzungen in der Vogtei Albersrieth.

1596
Albersrieth zählte 12 Anwesen, davon 6 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Dreiviertelhof, 2 Lehen, 1 Hirtenhaus als Gemeineigentum. Zehentrechte besaß die Pfarrei Lennesrieth, die Pfarrei Michldorf und das Pflegamt Pleystein.

um 1800
Der Ort besaß 14 Anwesen, davon 9 Höfe, 2 halbe Höfe und 1/32 Hof. Gemeinbesitz waren 1 Hirtenhaus und 1 Schmiede.

1821
Zu der neugebildeten Gemeinde Albersrieth zählten die Lindnermühle und die Fitzmühle.

Goldbrunn

1289
Goldbrunn (Goltpron, Goltprunne) wird erstmals bei einer Überlassung des Klosters Ensdorf an das Kloster Waldsassen erwähnt. Die Schutzrechte (advocatis) überließen die Paulsdorfer 1290 dem Kloster Waldsassen.

1352
Die Leuchtenberger kauften die Ortschaften Spielberg und Goldbrunn

1596
Vier Anwesen in Grundherrschaft der Fam. Kastner, Weiden: 2 Höfe, 1 Lehen, 1 öder Hof. ! Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Zehentrechte: Pfarrei Michldorf, Pfarrei Lennesrieth und Pflegamt Pleystein.

um 1800
Goldbrunn bestand aus 2 Höfen und 1 Hirtenhaus als Gemeinbesitz

Spielberg

1273
Spielberg zählte zum Herrschaftsgebiet der Waldauer.

1275:
Heinrich von Trautenberg überließ das Dorf Spielberg dem Kloster Waldsassen.

1317
Ulrichvon Waldau verkaufte einen Hof bei Spielberg.

1352
Die Leuchtenberger kauften die Ortschaften Spielberg und Goldbrunn.

1596
Die bestehenden 14 Anwesen gliederten sich in 8 Höfe und 4 Lehen. 1 Hirtenhaus als Gemeinbesitz. Über 1 Lehnen übte die Herrschaft Waldthurn die Grundherrschaft und Niedergericht aus. Die Zehentrechte besaßen die Pfarrei Lennesrieth, die Pfarrei Michldorf, das Pleystein und die Herrschaft Waldthurn.

um 1800
In Spielberg befanden sich 8 ganze Höfe, 5 ¼ tel Höfe, je ein 1/16 tel Hof des Jägers und eines Webers. Das Hirtenhaus war Gemeineigentum. Die Grundherrschaft Waldthurn hatte einen halben Hof in Spielberg.

1808
Die Steuergemeinde Spielberg umfasste die Ortschaften Goldbrunn, Ottenrieth, Spielberg, Woppenrieth, Abdeckerei, Grötschenmühl und Schmirglhaus.

1821
Die neue Gemeinde Spielberg umfasste die Orte Spielberg, Woppenrieth, Goldbrunn und Wampenhof.

Ottenrieth
Als Ort mit der Endung „rieth“ imNamen entstand Ottenrieth wahrscheinlich schon im 10. oder 11. Jahrhundert als Rodungssiedlung.

1352
Die Waldauer verkauften zwei Höfe in Ottenrieth, die dann zum Kloster Fahrenberg abgabepflichtig waren. 

Bernrieth und Fahrenberg

1352
Die Waldauer erwarben vom Kloster Waldsassen die Ortschaft Bernrieth und Fahrenberg. Fahrenberg war damals eine klösterliche Niederlassung von Waldsassen.

1666
Das Salbuch berichtete der Herrschaft Waldthurn, dass auf dem Fahrenberg ein Kloster der Zisterzienser Mönche war, das vor unbestimmter Zeit „abgegangen“ war.

1808
Zur Steuergemeinde Bernrieth zählten die Ortsteile Oberbernrieth, Unterbernrieth, Mangelsdorf, Oberfahrenberg, Unterfahrenberg, Bibershof und Radwaschen.

1821
Die neugebildete Gemeinde Bernrieth bestand aus Oberbernrieth, Unterbernrieth, Oberfahrenberg, Unterfahrenberg, Bibershof, Radwaschen und Neuenhammer.

Frankenrieth

1821
Die neue Gemeinde Frankenrieth wurde gegründet mit den Orten Frankenrieth, Ottenrieth und Kühbachhof.

Großgemeinde Waldthurn

1972
Bei der Gemeindegebietsform 1972 wurde aus den insgesamt 20 Ortsteilen die Einheitsgemeinde Markt Waldthurn gebildet.

Interessenten des Heimatkundlichen Arbeitskreises treffen sich im Rathaus

von Franz Völkl                                                                                    

Besser kann ein neuer Verein nicht aus den Startlöchern kommen. Nach einer gewissenhaften Vorbereitungsphase fand am Mittwoch, 6. Juni 2018 im Rathaus die Gründungsversammlung des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) Waldthurn statt.Die offizielle Leitung bis zur Wahl der Vorstandschaft des neuen Vereins hatte Bürgermeister Josef Beimler, assistiert von Markt – Verwaltungsleiter Karl-Heinz Schmidt und Mitarbeiterin Petra Reil, übernommen. Der Rathauschef war von der Vielzahl der zur Gründungsversammlung erschienen Interessenten und auch derjenigen, die im Vorfeld ihre Mitgliedschaft zugesagt hatten, überrascht. Somit werden mehr als 20 heimatinteressierte Frauen und Männer beim HAK dabei sein.

Beimler dankte Josef Forster, der die Satzung des neuen gemeinnützigen Vereins ausgearbeitet hatte. „Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege sowie die Erforschung der Heimatkunde und Heimatgeschichte der Gemeinde Waldthurn und Umgebung“. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Sammlung und Aufbereitung von geschichtlich und kulturell interessanten Gegenständen, Bildern, Fotos, Dokumenten, Erzählungen sowie die Veröffentlichung der Sammlungs- und Forschungsergebnisse in Druckerzeugnissen und Ausstellungen. Mitglied kann jeder werden, der den Verein unterstützen will. Schließlich wurde die Satzung einstimmig angenommen und der Verein gegründet. Als 1. Vorsitzenden des neue Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) Waldthurn bestimmten die anwesenden 18 Mitglieder den Oberbernriether Kulturpreisträger des Landkreises Neustadt/WN (2014), Seminarrektor a.D. Georg Schmidbauer, der auch eine der entscheidenden Antriebsfedern zur Gründung des HAK ist. Ihm zur Seite als Stellvertreter steht mit dem ehemaligen Verwaltungsleiter des Marktes Waidhaus, mit Josef Forster ein ebenfalls „kultureller Hochkaräter“. Auch er wurde mit dem Titel „Kulturpreisträger des Landkreises Neustadt/WN vor 12 Jahren dekoriert. Schriftführerin ist die ehemalige Frauenbund – Kreisvorsitzende Angela Bodensteiner aus Albersrieth und um die Finanzen kümmert sich der Steuerfachmann und Waldthurner Kirchenpfleger Max Kick. Steffi Daubenmerkl und Andrea Götz werfen in den nächsten drei Jahren einen kontrollierenden Blick auf die Kasse. „Da es beim HAK um einen Verein handelt, der auch die Interessen der Marktgemeinde vertritt, möchte ich zur nächsten Versammlung am 4. Juli 2018 um 19 Uhr ins Rathaus einladen“, erklärte Beimler. Dort wolle man mit einem kleinen Festakt die Neugründung feiern und einen Eintrag in das goldene Buch der Marktgemeinde vornehmen – alle Mitglieder und künftige Neumitglieder sind eingeladen. Die Treffen seien laut Vorsitzendem Schmidbauer an jeden ersten Mittwoch im Monat – entsprechende Pressankündigung werden erfolgen. „Egal ob als aktives Mitglied oder nur als Unterstützer, wir freuen uns über jedes Mitglied“ meinte Schmidbauer. Auch in der Raumfrage sei man derzeit am Ausloten. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Euro pro Person/Jahr festgelegt. Auch in Sachen Franz Schönwerth wolle man laut Schmidbauer aktiv werden und aus den Räubergeschichten lustige Beiträge erstellen und diese auch der Öffentlichkeit und den Schulen vorstellen. Auch wolle man sich um die hochzuschätzenden kulturellen Hinterlassenschaften des unvergessenen Heimatpflegers und ehemaligen Bürgermeisters Franz Bergler kümmern, was mit seiner Familie bereits vorbesprochen wurde. Schmidbauer hatte Kopien von alten Postkarten eines Soldaten aus dem 1. Weltkrieg mitgebracht. Die Anwesenden versuchten sich an den von Erwin Klotz aus Waldthurn zur Verfügung gestellten Zeitdokumenten, diese aus der altdeutschen Schrift zu übersetzen, was unter Anleitung ganz gut funktionierte.